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Schüler lief, was er konnte, ſchnurſtracks in's Kloſter, und alſobald in's Refektorium, wo jetzo wir den Lichtkarz halten, und ſetzte ſich ohnverweilt an den Tiſch, weil er meinte, der letzte zu ſeyn. Da ging jedoch ein großer Schauder auf in allen Kloſterfrauen, deren dazumalen noch zweiundſiebenzig waren, wohl gezählt. Doch nein; es waren ihrer nur ein⸗ undſiebenzig, denn die zweiundſiebenzigſte hieß Mutter Engel, und war vor einem Jahre verſtorben, und juſt in ihrem tod⸗ ten Leibe ſteckte eben der Student. Die Schweſtern wuchſen an den Bänken an, als der gelbe Leichnam hereintrat, von deſſen zerfallenden Gewändern der Regen troff, und beteten der Paternoſter faſt viel. Aber das Geſpenſt wich nicht, und verpeſtete mit Moderduft die ganze Stube, daß den Weibern ohnmächtig zu Sinne wurde, auch ihrer etzliche hinſanken, wie im böſen Weſen. Der Student wußte von allem nichts, und wollte tapfer zulangen; aber wo ſeine Hand hinreichte, an eine Schüſſel rührte, oder zu einer Speiſe griff, verherten ſich ſo Schüſſel als Atzung in Todtenknochen, gräuliche Regen⸗ würmer und ſchwarze Trauerfetzen. Auch konnte er nicht reden, ſo gerne er es verlangte, denn ſobald er den Mund aufthat, mochte er nur huſten und keuchen, wie die verſtorbene Mutter Engel, und vor ſeinem ſcheußlichen Geſichte liefen die heiligen Jungfrauen davon.“ 2
Indem bei ſolch ſchrecklichen Begebniſſen die Kloſterfrauen ſich von Angſt geſchüttelt fühlten, die Augen ſchloßen, und nicht den Kopf nach der Thüre wendeten, gerade als ob die todte Nonne dort eintreten würde, ſchleppte die Zunge der Simplicia immer langſamer und mühſeliger die Worte herbei, bis ſie endlich ganz ſtille ſtand, weil die Mutter feſt einſchlief. Schon wollten die Schweſtern auf's Neue die Schläfrige wek⸗ ken, aber Poppele drängte ſich in den Kreis, gebot Stille mit ausgeſtreckter Hand, und ſagte:„Ich will euch das Ende er“


