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Kaiſers Hof.— Ei gern, wo iſt der Kaiſer?— Da zeigte der Schwarze nach einer uralten Eiche, an deren Wipfel es funkelte, wie eine matte Sonnenſcheibe, und ſagte, das ſey des Kaiſers Wappen und Schild. Denn es ſitze im Ster⸗ nenberg der Rothbart, und halte Hof, wenn er ſchon vor undenklichen Zeiten geſtorben.— Der Student ſchüttelte fröh⸗ lich ſein Gewand, daß es auf ſeine Schuhe anſtändig nie⸗ derfiel, und ergötzte ſich, an einen Hof zu kommen, etwa dort ſein Glück zu machen. Der Eidechſenzwerg klopfte mit der feuchten Kralle an ein rothes Felsſtück, daß es wie Kupfer gellte, und ſtracks verkehrte ſich die Eichenkrone in ein prächtiges Gewölb, und der Stamm iu eine Säule von blankem Stahl, woran viele, viele bunte Schilder hingen, die ſich regten, als ſtriche die Märzluft zwiſchen ihnen durch, und zugleich ertönten wie ernſthafte Trompetenſtimmen. Und ein Thor ſtand offen mit breiten Flügeln, und dahinter lehn⸗ ten Trabanten auf ihren Spießen; große Hunde mit fun⸗ kelnden Halsbändern lagen zu ihren Füßen. Die Wächter riefen nicht an, und die Hunde bellten nicht, weil ſie alle ſchliefen, und hinter ihnen die ganze Hofhaltung von Her⸗ zogen, Marſchällen und Biſchöfen, die an einer Marmor⸗ tafel ſaßen, umringt von ihren Fahnen und Herolden. In ihrer Mitte ſaß auf ſeinem Throne der Kaiſer in einem gold⸗ ſtoffenen Mantel, mit Spangen von Edelſtein, mit Schwert und Krone. Der lange Bart des Herrn, als wie aus rothem Golde geſponnen, war ſiebenfach um den Marmorſtein ge⸗ wunden, daran feſtgewachſen. Neben dem Kaiſer ſtand ein wunderſchönes Frauenbild, geſchmückt und geputzt, und ihr Geſicht, obgleich todt und ſchlummernd, war lieblicher, als der Prunk von allen Fürſten in der Welt. Sie hielt eine Roſe, die in ihrer Hand gemahnte, wie Purpur auf Elfen⸗ bein. Der arme Student, der nie ſolche Schönheit geſehen,


