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41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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Mauern, Dein Kind zu Gomadingen, doppelt behütet von ſeiner Pflegerin und ihrem mitleidigen Schwager?Mein Heiland! ſeufzte Hailwig mit bitterer Mutterangſt:hätte ich nur längſt ſchon Deinen Rath befolgt, zärtliche Freun⸗ din! das Kindlein wäre lange daheim in den Armen ſeiner Ahnfrau, und ich müßte mich nicht fürchten vor des ſchel⸗ miſchen Müllers Luchsaugen, die ſo leicht die Zuflucht mei⸗ nes Kleinen aufſpüren, ihn dem Verderben verrathen möch⸗ ten. Denn gewißlich ſpielt der Müller mit treuloſen Karten und gebleiten Würfeln, und ein angſtvoll Mutterherz ver⸗ traut ihm nicht.

Dieſem Glauben ſiel auch Giſela zu, indem ſie ſprach: Wohl iſt es ſo. Die Frechheit, womit er ſeiner alten Her⸗ rin Botſchaft vorbrachte, mußte dem feſteſten Vertrauen ſelbſt die Augen öffnen. Er iſt mit unſern Feinden einverſtanden, wir müſſen auf unſerer Hut ſeyn. Vielleicht iſt die Gefahr uns näher, als wir denken. Crescenz berichtet, daß ſchon geſtern fremde Leute, verdächtig und geheimnißvoll, in der Mühle einkehrten. Mit dem Grauen des Morgens ſtrichen ſie um die Kirche, um den Gottesacker. Den ganzen Tag über ſind ſie nicht geſehen worden, und der Müller ſchweigt von ihnen, wie das Grab. Ich ſendete darum heute ein Brieflein gen Kolſtetten und Gomadingen, daß morgen mit dem Früheſten einige fromme Männer in der Gegend ſtrei⸗ fen, und unſer Haus behüten möchten, um Gotteswillen, wie auch uns zu Liebe. Der Herr iſt jedoch der beſte Wäch⸗ ter!Freilich, liebſte Mutter, aber oftmals ſiegt der Feind, uns zur Prüfung. Wie ſchlecht iſt doch die Welt, ſo voll Betrug und Hinterliſt! Manches Jahr hat Richardis dieſem Kloſter vorgeſtanden, und nicht einen frommen Ge⸗ danken daraus mit ſich genommen. Aber nach Geld und Gut, nach unerlaubtem Beſitzthum ſtrebt ihr Sinn. Was iſt's mit

Nonne von Gnadenzell. MI. 11