Teil eines Werkes 
41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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ſchrieben auf ewig als eine treue Magd. O trennten mich nicht Himmel und Welt von ihm, ihm alſein auf dem Er⸗ denrunde wäre meine Hand, meine Liebe geworden; dem Manne, den ich fürchte, wie ich ihn verehre, deſſen härte⸗ ſtes Gebot mir ſüßer klänge, als die Honigrede jener Schmeichler, die ſich zum Weibe machen, um Weibern zu gefallen. Hailwig verſetzte mitleidig:Du Aermſte, die ich be⸗ klage, womit haſt Du, Reine, verdient, daß Du ohnmäch⸗ tig nach dem Himmel greifeſt, die Sonne herunter zu holen, welche der ſtärkſte Rieſe nicht gewinnt? wärſt Du dem könig⸗ lichſten Blute entſproſſen, und ſtündeſt feſſellos, der Schön⸗ heit Blume, in einem Paradieſe, Du könnteſt nicht die Seine heißen. Er iſt vermählt, der geliebte Gatte eines hoch und werth geachteten Weibes, eines Sohnes Vater, der einſt ſeine Tugenden zu erben berufen iſt.. o Giſela, wie ſchön auch Deine Träume ſind, zwinge ſie hinab in den Abgrund, dem ſie entſtiegen. Wahrlich, oft verſtellt ſich der Widerſacher in den Boten des Lichts, unſer ſchwaches Herz zu zerreißen. Ich wähnte auch, reiner Minne zu pflegen, ich hoffte eine Seligkeit, und die Schuld zermalmte mich, und der Engel zerfloß in ein hölliſches Geſpenſt.Sage ich mir nicht daſſelbe Tag und Nacht ohne Unterlaß 2 klagte Giſela:dennoch haftet der Zauber an mir, als wie ein böſes Gift. Die Strafe für meinen jungfräulichen Stolz iſt hart, und wollte ich gerne jetzv das niedrigſte Weib im Volke ſeyn, daß ich im Stillen meinem Leid nachhängen, m ein höchſtes Kleinod heimlich verehren dürfte. Ich würde vielleicht ſterben, aber keine Sünde wäre es, an Liebesſehn⸗ ſucht einen ſüßen Tod zu leiden. Hier, an dieſem klöſter⸗ li chen Ort, in dieſem ſtrengen Gewande, hier iſt's ein Fre⸗ vel, eine Miſſethat, und verlöſcht einſt meines Lebens Kerze,