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ärger als den Tod, ihre Arbeit, und mit Bangen gewahrte ſie, wie ihre Finger nicht mehr weg konnten von dem erſten Buchſtaben des Eleiſon, eifrig bemüht, an dieſer Stelle ein wahres Luſtgärtlein von Farbenpracht zu ſchaffen, ein leib⸗ lich ſinniges Wunderbild, von Bedeutung voll. Nicht nur allein verbrämte die Künſtlerin den Buchſtab mit Blumen⸗ ſchnörkeln und vielem Reichthum an edlen Metallen, aber ſie fügte auch eine Palme hinzu, mit ſchattenden Blättern, und ſchrieb um den Stamm des Baumes den Wahlſpruch: „attempto“ und lehnte daran den Wappenſchild ihres Herrn und Gebieters und Schirmvogts. Als dieſe Zierden fertig waren, die Meiſterin den Blick nicht mehr davon zu wen⸗ den vermochte, ob ihr ſchon die innere Stimme zurief: Löſch aus, Du ſündige Tochter, löſch aus, was Du gemalt, weil ein böſer Geiſt Deine Hand geführt.— Verzaubert ſtarrte ſie auf ihr vollendet Werk im Kampf mit tauſend ſüßen Zweifeln, als ſie ihren Nacken umſchlungen fühlte, ein war⸗ mer Hauch ihre Wangen berührte, und die gute Hailwig, unbemerkt zu ihr gekommen, alſo redete:„Laſſe doch die feine Malerei, denn ſchon dämmert der Abend, und Deine Augen mögen's nicht erleiden. Aber läugne Deiner Schweſter nimmer, was in Deinem Herzen ſtürmtz verſchweig ihr nim⸗ mer, wie Du mit heimlicher Treue und züchtiger Miene dem edeln Grafen zu eigen geworden, der wohl verdienen mag, daß ein Gemüth, rein und ſtark wie das Deine, ihn verehrt und liebt, wenn gleich dieſes ſtets in ſeiner Bruſt 4
Die freundliche Anrede beſänftigte dergeſtalt Giſela's Angſt und Ueberraſchung, daß ſie nicht mehr verneinte, was Hailwig errieth, aber mit leiſem Weinen an der Freundin Buſen ſank, und ſchluchzte:„Ja, Dir mag's nimmer ver⸗ borgen ſeyn. Nur zweimal ſah ich ihn, und bin ihm ver⸗


