Teil eines Werkes 
41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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gelbe Schelm in die Eitelkeit und Hoffart dieſer Strauch⸗ diebe! Bedarf man einmal dieſer Geſellen zu einem ritter⸗ lichen Wagniß, ſo lockt man ſie vergebens. Die Schurken ſind nur zum Diebſtahl geknetet. Meiſter Cun bebte er⸗ ſchrocken und flüſterte:Sprecht nicht ſo laut, evler Herr. Wenn der Wildherr vernähme, was Ihr geredet, ſo möchte es uns Allen ſchlecht bekommen.Wo iſt der Wild⸗ herr? fragte der Friedingen gereizt:hält er ſich in Dei⸗ nem Hauſe? belauſcht er uns? ich ſpotte ſeiner!Nicht in meinem Hauſe iſt er, entgegnete Meiſter Cun lügenhaft und ängſtlich,aber ſeine Späher lauern überall. Ja, wenn ich ihn kennte, von Angeſicht zu Angeſicht, wie Euch, geſtrenger Herr, ſo wäre es meiner Zunge längſt gelungen, ihn für Euern Dienſt zu gewinnen, und der Erfolg Euers Vorhabens wäre nimmer zweifelhaft. Da warf der Friedingen die Naſe ſtolz empor, verſetzend:Allen Teu⸗ ſeln zum Trotz wird der Streich vollbracht werden. Mein Bruder, dieſer wackere Freund, der unerſchrockene Gilg, den die Langeweile antrieb, des Würtembergers Acht in ſeinem eigenen Lande zu verhöhnen, und ich mit meinen guten Bügelknechten. wrir ſind mehr denn genug, den ungeberdigen Würtemberger aus dem Sattel zu holen. Glück auf denn!

Zur ſelben Stunde gingen die Trommelſchläger des Magiſtrats umher, in den verſchiedenen Stadtvierteln die Bürger aufzufordern, mit Harniſch und völligem Zeuge vor die Porten zu treten, indem der Herr Kaiſer Friedrich im Anzuge ſey, und etwa noch vor Abend zu Reutlingen ein⸗ treffen würde.