Teil eines Werkes 
41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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ger Knab. Es war mein erſtes Reißlaufen, und man hieß mich den Tobherz, habe auch alſo den Fehdebrief an den Eberhard unterſchrieben. Wie ein Verklärter ſtaunte ihn der Bader an, breitete die Arme aus, um den alten Kriegs⸗ gefährten zu umfangen, aber derſelbe trat vornehm einen Schritt zurück, wies des Schröpfmeiſters Liebkoſung von ſich, und ſprach kurz:Schon gut, mein Freund, Du kennſt mich alſo jetzt binlänglich, und weil Du Dich brüſteſt, mir mit gutem Rathe beizuſtehen, ſo laß uns weiter in der Sache reden.Das will ich meinen; was Meiſter Cun verſpricht, das hält er. Ihr ſeyd ohne Herrn? Ein wacke⸗ rer Mann findet bald einen friſchen Dienſt. Der Graf von Würtemberg und der Erzherzog raufen ſich.Nichts Würtemberg und nichts Erzherzog. Ich habe eine Ausſicht, fuhr der Fremde mit lauerndem Blicke fort,und Du wirſt mir Auskunft geben. Ich ſuche den Herrn von Sperberseck. Ach, was wollt Ihr mit dem? der ſitzt in der Stadt, ſeit ihm der Wildherr ſein Schloß verbrannte, und traut ſich nicht mehr aus den Thoren. Ein armer Schächer, der ſich vor aller Welt und nebenbei auch vor Geſpenſtern fürch⸗ tet, denn ſo wie die Nacht anbricht, läßt er viele Lichter in ſeinem Hauſe anzünden, und um ſein Bette muß es hell ſeyn, wie bei dem Beſingniß eines Verſtorbenen, und die Lichter müſſen brennen, bis die Sonne kömmt. Der Filz hat ſicherlich gar manche böſe Schuld auf ſeinem Herzen, und iſt ſo feige wie ein Spatz. Was ſucht Ihr bei dem Geizhalz? Da gibt's nicht Sold, nicht Beute.Ich meine nicht den Anshelm, von ſeinem Bruder rede ich, der mich hierher beſtellte.Der Junker Heerdegen? Der hat Euch betrogen. Der hat zu Reutlingen nichts mehr zu thun, genießt nicht mehr des Friedens in der Stadt, da ſie ihm verboten iſt.Warum?Er hat vormals ei⸗ nen Geſchlechter, den Hans Spechzart, in ſeinem Hauſe Nonne von Gnadenzell, M. 2