Teil eines Werkes 
41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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Wir erkennen alſo keinen Herrn über uns, ſind ein freies Volk, und Ihr dürft Euch gar nicht fürchten, ſondern mir Euern Namen und Euern Handel keck vertrauen, weil ich verſchwiegen bin und zugleich der ehrlichſte Mann von Reutlingen.Potz hinkende Gans! das ſchwatzt wie ein Sittich. Seh ich denn aus wie ein Schwarzrock von Tübingen? Ich bin ein gartender Landsknecht, der einen Dienſt ſucht; das iſt Alles.Ein fahrender Landsknecht? wiederholte der Bader nicht ohne ungläubiges Lächeln,nun, wie Ihr wollt. Mir gleichviel; ich liebe die tapferen Leute, und wenn Meiſter Cun Euch dienen kann, ſo wendet Euch getroſt an ihn. Ich weiß allerlei, ſo den Leuten frommt. Ein Bader iſt der Vertraute der ganzen Welt.Und ſchwatzt auch über die ganze Welt, brummte der Andere, bleibe bei Deinen Meſſern und rede nicht vom Schwert. Ei, ich darf vom Schwerte reden. Hab ſelber einſt eine Wehr geführt und wacker darein geſchlagen, manch wür⸗ tembergiſches Ohr geklopft, daß es keine Glocke mehr ſum⸗ men hörte.Du? was Du ſagſt!Hm! fuhr der Bader mit ſteigendem Hochmuth fort,hab ich nicht Theil gehabt an dem Span des Truchſeſſen von Hefingen, der dem älteren Eberhard, dem Bartmann, an den Leib ging? Ich ſaß dazumal in der Ortenau, ein jung Blut ohne Haus und Hof, und die Gemeinder von Staufenberg warben mich für den Truchſeß an, ſammt anderen uner⸗ ſchrockenen Menſchenkindern. Da war kein Unterſchied zwi⸗ ſchen edeln und gemeinen Leuten; ein Jeder wählte ſeinen Fehdenamen, wie ihm beliebte, und manch ein würtember⸗ giſches Dorf kann heut noch von dem wilden Hänslein Ni⸗ terſchrick erzählen. So hieß ich dazumal.

Der Fremdling richtete ſich vom Zwagſtuhle hoch auf, und ſagte fröhlich:Das muß ich wiſſenz ich war auch bei jenem Strauß und keiner von den Letzten, obſchon ein jun⸗