Teil eines Werkes 
41. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Band (1840)
Entstehung
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ter. Als mit dieſen Worten der Büttel ſeine Hand an Scheibenharts Kragen legte, und des Räubers ſcharfes Auge vergebens nach einem vertrauten Freunde umſchaute, ſagte er mit einfältiger Verſtellung:Ich ſollte aber zuvor einen Auftrag verrichten, welcher eilt.Nachher iſt's auch noch Zeit. Komm mit, oder ich rufe nach Gewalt. Da war nichts anderes zu thun, als daß Scheibenhart folgte, und, obſchon voll Verdruß, ſeinem Führer in das Rathhaus nachtrat.

Während ſich dieſes begab, dampfte der Schlot eines Badhauſes, unfern des Gartenthörleins, recht wacker, und die Schröpfknechte ſtanden auf der Straße, und riefen aus vollem Halſe:Das Bad iſt warm, milchwarm! herbei ihr guten Mannen und Frauen, ſo lang der Ofen heiß iſt, denn heute iſt ein guter Tag zum Schweiß- und Waſſer⸗ bad, auch gut zu ſchröpfen für alt und jung! Weil aber die Badſtube ziemlich abgelegen, und des Gedränges nach dem Markte noch zu viel war, fand ſich niemand ein, der Einladung zu folgen, und der dürre Meiſter Cun, wel⸗ cher ungeduldig trippelnd auf der Schwelle ſeiner Badſtube ſtand, war am Ende froh, als ein einſamlicher, nicht zum beſten gekleideter Mann, daher kam, und ihn anredete: Wenn Ihr ein Chriſt ſeyd, Meiſter Bader, und nicht all⸗ zuviel verlangt, möchte ich mich ſchon in Euerer Stube zwagen laſſen, deſſen ich nöthiglich bedarf.

Tretet ein, antwortete Meiſter Cun und muſterte neu⸗ gierig den Gaſt, als dieſer an ihm vorbeiſtieg. Und da er bemerkte, wie der Fremdling einen dichten Bart um das Kinn trug, ſo kamen ihn Zweifel an, und er ſetzte arg⸗ wöhniſch hinzu:Lieber, ſeyd Ihr nicht etwa ein Jude? Wiſſet, daß uns ſtreng verboten iſt, einen Hebräer in un⸗ ſern Stuben zu baden, zu ſchröpfen und zu zwagen. Statt der Antwort klopfte der Gaſt mit rauher Reiterge⸗