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„Mit nichten, dann will ich wieder ein rechter Mann ſeyn, leben wie der Raubvogel frank und frei, und mir zum Einſtand ein Weib aus dem Kloſter holen.“— Angenehm überraſcht ſah ihm Scheibenhart in die Augen, als frage er, ob dieſes wirklich des Freundes Ernſt ſey, und rief als⸗ dann luſtig:„Traun, ich bekenne, daß Du meiſterlich ver⸗ ſtehſt, der Kirche Segensſpruch und Ablaß Dir zu nütze zu machen. Recht ſo, mein Bruder; ein ehrlicher Mann ſchluckt die bittere Arznei nur ſo lange, als ſein Gebreſte anhält, greift dann fröhlich wieder nach Würfel und Becher, und küßt den friſchen Mund, der ihm behagt, wär es auch der Mund einer Kloſterjungfer.“—„Frau Venus ſelber hat ſich in das Nönnlein verſtellt, dem ich mit Leib und Seele angehöre,“ rief der Wildherr lebhaft,„das Hochzeitfeſt wird lärmend werden, denke ich, aber mich verlangt endlich ein⸗ mal nach den Roſen dieſes Lebens.“—„Ich ſehe, daß noch heißes Blut in Deinen Adern ſtrömt, guter Freund. Eine friſche Mannsthat möchte Dich jetzo ſchon erquicken, wenn Du den Eigenſinn fahren ließeſt. Welche Antwort bringe ich dem Friedingen? Er iſt entſchloſſen, da ſeine Reiſigen im freien Feld dem Würtemberger weichen mußten, den kühnſten Streich zu wagen, und den Grafen in der Mitte ſeiner Mannen nieder zu werfen, gefangen davon zu füh⸗ ren. Zu ſeiner Hülfe fordert er Dich und Deine gefürchte⸗ ten Geſellen auf. Halte mit.“— Wildherr ſchüttelte den Kopf, und erwiderte trocken:„Ich zucke kein Schwert gegen den Herrn von Würtemberg, damit iſt's nichts.“—„Du biſt thöricht, Freund. Zählſt Du vielleicht eigennützig und dennoch leichtſinnig auf eines fürnehmen Herrn Gedächtniß2 ſie vergeſſen gerne die Vergangenheit, die Männer mit Helm und Krone. Säßeſt Du in des Würtembergers Kerkern, ſo würde er nicht dergleichen thun, aber mit den Augen blin⸗ zeln und Dich aufhängen laſſen, recht hoch, wo die Sonne


