Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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Wildherrn, der ſo oft mit dem alten Hopp bei dem Friſch⸗ hans einkehrte? Jetzo iſt er ſelber ſteinalt geworden, aber er liebt mich noch, und will den geſchornen Weibern den rothen Hahn auf's Dach ſtecken, die ganze Brut in Flam⸗ men auflodern laſſen. Aber für Dich werde ich bitten, und mit Dir hat er Mitleid, und der Schatz wird unſer ſeyn in Luſt und Frenden...

Halt ein! Du zerreißt mein Herz mit Deinem Wahn⸗ ſinn! erwiederte Giſela ängſtlich, da ſie die ſteigende Er⸗ bitterung des Jünglings bemerkte, und vor dem Ausbruch ſeiner Verrücktheit zitterte. Der flehende Ton der Jung⸗ frau ſchläferte alſobald den Grimm des Aermſten ein, daß er ſich wie ein Hündlein zu ihren Füßen ſchmiegte, und fanft fortfuhr:Das iſt die reine Wahrheit, und Du wirſt ſie erfüllt ſeyen. Aber wo blieb ich mit meiner Geſchichte? War der Friſchhans ſchon todt? ich war ein kleiner Bube da ich vor ihm ſtand, als er mit dem unſichtbaren weißen Mann kämpfte, und ſtöhnte, ich ſolle in's Kloſter laufen und die Weiber um's Brod bitten, und vielleicht würde mir's noch gut gehen; mit ihm ſey's aber aus. Da lief ich zu der alten Priorin, die zwar meinen Vater als einen böſen Mann verfluchte, aber mich in's Kloſter nahm. Ich bekam wenig Brod von ihr, aber keine Schläge. Zetzo be⸗ komme ich mehr Brod, aber auch viele Schläge, und ver⸗ gelte ſie, wie ich kenn. Habe ich einmal den Schatz.. ſie haben die Frau Demuth juſt an⸗den Ort gelegt, aber müßte ich dieſe mit den Nägeln bervorſcharren

Still, um der Heiligen willen! flüſterte Giſela, ihm

den Mund verſchließend, und horchend nach der Pforte, wo ſich Geräuſch vernehmen ließ.Es ſchlägt zwölf Uhr, ſagte Poppele leiſe, und zählte an den Fingern die Schläge

des Hammers. Indeſſen eilte Hailwig aufgeſchreckt herbei,

und ſtammelte:Was gibt's? wer kömmt? Vor der Thüre