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ſehlten, die ſich das Wort gegeben, bei Heinrikens Bahre in der Kirche abwechſelnd zu wachen und zu beten.— Freilich mangelten auch freigebige Buhlen und Gäſte, aber die Nonnen erſetzten dieſen Verluſt durch den Jubel des vollen⸗ detſten Triumphs, den ſie auf Felſen gegründet glaubten, oder mindeſtens zu glauben vorgaben. Wann ſich hie und da eine furchtſame Frage erhob, ob denn auch der Sieg von Dauer ſeyn dürfte, antwortete die ſchlaue Priorin mit dem zuverſichtlichſten Tone: Wie Gott ſelbſt ſich des Klo⸗ ſters angenommen, wie Graf Eherhard jetzo zu viel mit dem feindlichen Erzberzog Sigmund und deſſen Verbün⸗ deten, den tapfern Friedingern, zu ſchaffen habe, als daß er ſich um kirchliche Angelegenheiten kümmern dürfe, und wie vereits der Vicar Belzer hinausgeritten ſey, zu den Herren von Lupfen, von Spät, von Zollern und andern Gönnern des Kloſters, deren Beiſtand und Hülfe kräftiglich in An⸗ ſpruch zu nehmen, und wie envlich die vollkommenſte Ein⸗
tracht der Schweſtern das Ziel gewinnen müſſe, wonach
alle zu ſtreben hätten.„Wir haben wiederum den Stab der Gewalt an uns genommen,“ ſchloß Richardis mit ſtol⸗ zer Prahlerei:„der geſtrenge Herr von Urach wird uns wohl in Ruhe laſſen, und ſich nimmer in eine gefährliche Fehde mit gereizten Weibern begeben.“—„So führe auch mit Macht den Stab der Gewalt,“ mahnte Renata, die rachſüchtigſte ihrer Schweſtern, leiſe:„befreie uns mit einem Streich von den beiden abtrünnigen Geſchöpfen, die in unſrer Mitte ein eigen Reich zu handhaben ſich unterfangen.“ — Richardis begnügte ſich, der Vertrauten mit einem bos⸗ haften Augenwink zu verſtehen zu geben, daß ie bereits an alles gedacht, zu allem ſich vorbereitet. ta ſaugte Troſt aus dieſem Blicke der Verheißung, aber Medora mahnte ihrerſeits:„Gib ein Beiſpiel, Richardis. Nicht was lebendig, nicht was todt iſt, ſoll unſer Anſehen verhöhnen


