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Gäule, denn Du führeſt die Mütter aller Gnaden! Fahrt wohl, ihr Lieben, ihr Geſegnete des Herrn! Warum bleibt ihr nicht bei uns, da es doch Abend werden will? Grüßet die hochwürdigſte Frau Oberin zu Pforzheim! vermeldet unſere Demuth dem Grafen von Würtemberg, und Alles geſchehe, was wir euch wünſchen!“
Beate, ſolcher Verhöhnung zu entkommen, gab dem Fuhrmann ein Zeichen, und er fuhr im Trabe aus. Don⸗ nernd flogen nun die Kloſterpforten zu; aber noch lange hörten die verjagten Reformatorinnen das zügelloſe Ge⸗ lächter der Predigernonnen, und ihre unanſtändigen Reden und Verwünſchungen aus den Fenſtern ſchallen. Die armen Flüchtlinge hatten Alles in dem entarteten Kloſter zurückge⸗ laſſen: ihre Gewiſſensruhe, den Frieden ihres Daſeyns, zwei wunderbar gefundene Freundinnen, und einer theuern Schweſter Leben, ſogar die Leiche derſelben, preisgege⸗ ben der Wuth ihrer Neiderinnen, wenn nicht Giſela und Hailwig ſchirmend über die Todte wachten. Sie über⸗ häuften ſich ſelber deshalb mit bittern Vorwürfen, aber die Schrecken des Tages, wie die peinlichſte Furcht vor Gottes Strafgericht und den mörderiſchen Drohungen der Priorin hatten ſie vermocht, ihr eigen Haupt zu retten, und der Pflicht, ihrer Schweſter Körper der Erde wieder zu geben, untreu gemacht. Da ſie ſich wieder ermannt, wieder ge⸗ faßt und muthig fühlten, war es ſchon zu ſpät, umzu⸗ kehren, und mit blutenden Herzen ergaben fie ſich in die Folgen ihrer Schwäche, und in die düſtere Zukunft, die ih⸗ nen ohne Zweifel daheim von der ſtreng zürnenden Oberin bereiten wurde.—
Die ſiegreichen Bewohnerinnen von Gnadenzell feierten indeſſen einen fröhlichen Feſtabend. In der Küche wurde geſotten und gebraten, Scherz und Gelächter vergnügte die leichtfertige Tafelrunde, woran nur Giſela und Hailwig


