Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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erſt eingetroffen ſey, weil das böſe Wetter ihn zu Kohl⸗ ſtetten aufgehalten. Es war Rettung aus den Klauen grau⸗ ſamer Raubthiere, und darum ſielen ſich weinend und freu⸗ dig Beate und Placida in die Arme, einſtimmig rufend: Was auch daraus entſtehe wir wollen fort, zur Stunve fort, dahin, wo Menſchen ſind, und fühlende Her⸗ zen ſchlagen!

Deß frohlockten auch mit Spottgelächter die böſen Nonnen, und ſchrieen:Hinaus mit euch, ihr Alterthümer, ihr Vogelſcheuchen, ihr Klebſäcke und verlogene Sybillen! Pfui über euch in saecula saeculorum! Sela! Kaum drangen unter dem wüthenden Getöſe Giſela's Worte zu Beaten's Ohr:Ihr geht, liebe Frauen, und laſſet mich und Hailwig allein zurück? Worauf Beate erwiederte Jeder ziehe ſeines Weges, und ſey getroſt. Ihr allein mögt an dieſer Stätte eine beſſere Zeit erſchaffen, wenn der Himmel gnädig iſt; wir ſind zu ſchwach und unſere

Kräfte ewiglich gebrochen!

Sie vermochte nicht weiter zu reden, denn die erbitzten Weiber warfen ſich dazwiſchen, und ſtießen die Fremden vor die Kirchenthüre. Einige von ven Nonnen liefen wie Ko⸗ bolde nach dem Kloſter, nach den Zellen der Verſtoßenen, warfen mit Hohngeſchrei deren wenige Habſeligkeiten auf den Hof, und fangen frech dazu:So muß es denn ge⸗ ſchieden ſeyn? Zeuch ab, mein Schatz, kehr' nimmer ein! Noch einmal drehte ſich Beate, von den Drängerinnen geſchoben und gemißhandelt, nach dem Kloſter um, wollte mit aufgehobenen Händen reden, aber die Nonnen hielten ihr den Mund zu, und ſetzten ſie ſammt ihrer Begleiterin ſchier gewaltſam auf den Wagen, daß der Fuhrmann nicht wußtewie ihm geſchah, ſolche Unordnung bemerkend. Fahr zu, Bäuerlein! befahlen nun mit muthwilligen Geberden die ausgelaſſenen Kloſterweiber:peitſche Deine