Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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ſchloß die erbauliche Litanei mit den ſchnöden Worten: Ihr ſebt's, heuchlerlſche Runzelmutter, fette Müſſiggänge⸗ rin, wie der Convent euer Urtheil gefällt hat. Euch bleibt die Wahl, davon zu eilen, und von uns den Jammer enerer Gegenwart zu nehmen, oder von den Albbauern ge⸗ ſteinigt zu werden. Entſchließt euch kurz und unverholen. Ich ſtehe nicht dafür, daß meine Töchter ſelbſt noch länger Geduld mit euern gebrandmarkten Stirnen haben möchten.

Da richtete ſich Beata auf, und entgegnete mit innig⸗ ſter Betrübniß und jämmerlichen Schluchzen:Ich will Dir nicht wünſchen, Schweſter, daß Du zu hohen Jahren Lommen, und ſolch Elend ertragen müſſeſt, wie Du mir zufügſt. Du mißbrauchſt, wie Deine Helferinnen, den Namen Gottes, und er wird Dich für ſolche Miſſethat zur Rede ſiellen!

Du droheſt noch, Geſpenſt? fragte außer ſich vor Wuth und Beſchämung die Priorin, und ſchlug nach der Armen. Jeſus! kreiſchte Placida, und deckte die Schweſter mit ihrem Leibe. Nun ſchlugen alle Nonnen mit Fäuſten auf die beiden Opfer ihres Grimms, ſpieen ihnen in das An⸗ geſicht, und ließen nicht ab, bis Giſela und Hailwig her⸗ beieilten, die Heinrikens Leiche bei Seite getragen, um die⸗ ſelbe vor Barbara's Fußtritten zu ſchützen. Giſela drängte mit zornfunkelnden Blicken die Priorin hinweg, Hailwig wehrte Renaten ab.Schlange! ſchalt Richardis:Wir rechnen ab, Dein Reich iſt zu Ende!Elende! gei⸗ ferte Renata:daß Du verbrennſt ſammt Deinem Win⸗ kelkinde! Giſela und Hailwig antworteten den Schmä⸗ hungen nicht, ſtanden feſt wie Engel auf der Himmelswacht.

Den Knoten der abſcheulichen Zerwürfniß zerhauend, trat Schweſter Crescenz in der ungeberdigen Weiber Mitte, und berichtete den Frauen von Pforzheim, daß ein Wagen, ſie abzuholen, vor dem Kloſterthore ſtehe, und nur ſo ſpät