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daß die Nachbarin nicht von ihrer Nachbarin erkannt wurde, und wenn des Himmels Feuer in kurzen Zwiſchenräumen das Heiligthum erleuchtete, ſenkten die Weiber erſchrocken ihre Wimpern, verſchloßen die Augen ſcheu vor dem Grimm der Natur. Immer wilder raste draußen das Wetter, im⸗ mer lauter wurde das Geheul und Geſtöhne der Nonnen. Zu dem Toſen des Donners geſellte ſich der ſchwere Hagel⸗ ſchlag, der in kurzen Stößen auf das Dach der Kirche praſſelte. Vor ſolch neuer Wuth verſtummten einen Augen⸗ blick die Nonnen, und nur Beatens zitternde Stimme wurde laut, einem tief eingewurzelten Aberglauben zu huldigen. Aengſtlich rief das gute Mütterlein:„Wo iſt der Kirchen⸗ knecht, wo weilt die Meßnerin? die Glocke ſchweigt, die allein den Sturm beſchwören, den zornigen Herrgott be⸗ fänftigen könnte!“— Aber der Kirchenknecht war verſteckt auf irgend einem Speicher, und die Meßnerin, unfähig ihr Geſchäft zu verrichten, meldete ſich nicht. Da ſprang Hein⸗ rike, wie von Begeiſterung beſeelt, empor, und antwortete, da juſt der Donner wieder entſetzlich krachte:„Wo iſt das Glockenſeil? rührt Euch nicht von Euern Plätzen, Ihr Wei⸗ ber von Gnadenzell! Euere ſündigen unreinen Hände wür⸗ den uns nur Verderben bringen. Ich bin aber eine unbe⸗ fleckte Magd, und, von meiner Hand bewegt, wird die Glocke ſchnell das Wetter zertheilen!“ Ohne Zögern lief ſie die Treppe hinab, ein Blitz zeigte ihr den Glockenſtrang, ſie läutete, langſam erſt, als gäbe ſie ein Sterbezeichen, ſchneller dann und immer ſchneller, als riefe ſie zu Feuers⸗ noth, und nicht müßig war ihre Zunge, die mit lautem Ge⸗ bete den Herrn anrief, ſeine unwürdigen Dienerinnen zu ſchirmen. Von der entſchloſſenen Jungfrau mit neuer Zu⸗ verſicht erfüllt, ſtimmten einige der Nonnen ein Lied an; aber kaum war die erſte Strophe deſſelben vollendet, als mit betäubendem Knall ein Donnerkeil auf die Kirche


