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Wind aus Weſten auf, daß der Staub flog, daß der Bäume Laub in wilder Flucht vor ihm herſtürmte, und die zuſam⸗ mengeballten Wetter empörten ſich im Mittag und im Nie⸗ dergange, fernes Brauſen verkündete den nahen Ausbruch der Volkenſchlacht.— Wie traurig lagen die Gärten des Kloſters, wie furchtſam pochten die Herzen der ſündigen Nonnen! Doch wurde die ſtille heimliche Angſt zur beben⸗ den Verzweiflung, als mit ſeltnem Ungeſtüm der tobende Aufruhr in der Luft losging, als der Sturm da war, und mit ihm der Donner aus jeder Weltgegend, und der zuckende Blitz, der ſeine Flammen regellos ſchleudert, und im rauben Gebirge mit demſelben Zornſtrahl die Eiche auf der Höhe des Forſtes und die kriechende Schlingpflanze in der Tiefe der Schluchten bedroht.„Kyrie Eleiſon, heilige Mutter, bitt für uns!“ kreiſchte es aus jeder Zelle, ſo oft der Donner ſchlug, der Blitz über den Wald raste. Beate lief, ſo ſchnell ihr Alter es geſtattete, von Thür zu Thür, klopfte und flehte:„Laßt uns zur Kirche gehen, liebſte Schwe⸗ ſtern, daß wir den Zorn des Höchſten beſänftigen! Wenn i es jemals Noth that, im Gebet zu liegen, ſo iſt es heute, liebſte Schweſtern!“
Was noch nie geſchehen, begab ſich jetzo: Die Frauen von Gnadenzell gehorchten den verhaßten Reformirſchwe⸗ ſtern. Die leichenblaſſe Priorin an der Spitze, geſchüttelt von Furcht und Schrecken, mit zitternden Lippen, mit heu⸗ lendem Munde, an einander gedrängt wie eine von Wölfen gejagte Heerde, wankten ſie nach der Kirche, ſanken ſie in ihre Chorſtühle, ſchluchzten Gebet auf Gebet, ſchrieen eine Litanei nach der andern, und das Wetter orgelte dazu mit ſchauerlicher Wuth. Der Sturm ſchüttelte das Tbürmlein, die ſchmalen bunten Kirchenfenſter, die ſchweren Schlöſſer an den Thüren, als müßte das Gotteshaus zu Trümmern, aus allen Fugen gehen. Auf dem Chore war es ſo dunkel,


