Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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Blüthe die Frucht, ſo wird auch endlich an dieſem Orte auf den Fluch der Segen folgen. Denn dieſes hat der Er⸗ löſer verheißen, als er ſein tauſendjähriges Reich verſprach, und was er der ganzen Welt gelobet, wird ſich erfüllen an den einzelnen Menſchen. Wanket nicht, liebe Frauen. Seht um Euch in dieſer Waldeinſamkeit: auf den Bergen lagern ſchwere Wolken, ungehenere Hitze verſengt das Thal, daß die Blätter gelb werden, der Grashalm verdorrt, die Brünnlein ſparſam laufen. Aber, wenn es Gott gefällt, und ſicherlich kommt die Stunde, und ſie iſt nahe, denn die Hähne krähen nach Donner und Regen, dann wird der belebende Athem des Windes ſtreifen über Berg und Thal, die Wolken werden ihre Schätze ausgießen, am ſchwülen Himmel die Lichter hervorbrechen, und üppiges Grün wird die verbrannten Halden überkleiden. Alſo ſchenkt einſt der Herr Euern Mühen ſein Gedeihen, und berubigt entſchlummert Ihr einſt mit dem Troſtgedanken:Wir baben eine ſchwere Pflicht vollbracht, und die geretteten Seelen preiſen uns dafür in Ewigkeit.

Das lenkſame Gemüth der gottergebenen Kloſterfrauen fühlte ſch wunderſam hingeriſſen durch den Eifer des Kar⸗ thäuſers, und mit Thränen der Reue baten ſie dem Mönche ihren Kleinmuth ab, verſprachen auf's Neue, treulich ihres Amtes zu warten, und an der Stätte zu verharren, wohin ihr Schickfal ſie geſtellt. Mit beſonderer Freudigkeit ſchickte ſich Vater Benno an, nach ſeinem Kloſter zurückzuwandeln, und wollte keinen Augenblick ſäumen, theils, weil er einem Sterbenden zu Gomadingen verſprochen, ihn noch vor ſei⸗ nem Hinſcheiden zu ſehen, theils, weils rings über die Höhen ein ſchwarzes Wetter heranzog, der Glut des Spät⸗ ſömmers ein Ende zu machen. Mit Worten des Friedens, mit den Segnungen eines väterlichen Herzens beurlaubte er ſich, hüllte den kahlen Scheitel in die weiße Kaputze,