Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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gen Pforzheim zurückkehren. Die Oberin mag uns alsdann ſtrafen, der Biſchof eine Buße auferlegen, die Nonnen von Gnadenzell mögen uns verlachen und verhöhnen, ſo wir nur der Trübſal quitt ſind, die ſchon gegen einen Mond andauert, ſtets unerträglicher wird. Heute oder morgen ſehen wir der Befreiung entgegen, und überlaſſen dem all⸗ mächtigen Schöpfer, ſelber Ordnung herzuſtellen, wo unſer ſchwacher Muth nicht ausreicht, Beſſerung zu erzielen. Darob entſetzte ſich der Karthäuſer, und rief mit un⸗ williger Geberde:Ihr thut recht, Euern Muth ſchwach zu nennen, denn fürwahr, klein iſt Euer Glaube, und träge Euere Liebe, gleich den thörichten Jungfrauen, die kein Del in ihre Lampen füllten, den allerſüßeſten Bräutigam zu empfangen. Habt Ihr denn bedacht, blinde Weiber, welchen Sieg Ihr der Finſterniß bereitet? Töchter des heiligen Dominikus, nicht alſo handelte Euer vortrefflichſter Ordensſtifter, der mit Wort und That, mit wohlthätigem Eiſen und der Arznei des Feuers den Teufel bezwang, wo er ſein Reich begründen wollte. Ihr ſeyd verfallen der Schmach, der ſchweren Buße und ewigen Verantwortung, wenn Ihr beharren wollt auf Euerm Vorſatze. Am Tage des Gerichts wird der Herr Euch ſagen:Ich habe Euch geſendet, Friede zu ſtiften und Ihr habt Wunden geſchla⸗ gen, ich habe Euch befohlen, Cedern zu pflanzen, und Di⸗ ſteln ſind aufgegangen, ich habe Euch geboten, nützliche Arbeit zu thun, und Ihr habt Euch als faule Mägde er⸗ wieſen! wo iſt dann Euere Rechtfertigung?Haltet ein, Ihr zerdrückt unſere Herzen! jammerten die Nonnen weinend, und der eifrige Mönch fuhr fort:So Ihr je⸗ doch Muth faßt, und des Gottvertrauens Panzer anlegt, ſo wird gewißlich die himmliſche Krone Euch zu Theil. Wie der Tag auf die Nacht, wie der Friede auf den Krieg, wie die Liebe auf den Haß, wie an dem Baume auf die