Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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Sperberseck, beide mit unbedecktem Haupte und ohne Panzer, in den Händen eine Streiaxt, an dem Gürtel aber ein kurzes ſcharfes Schwert. Der Schultheiß theilte Sonne und Wind, während die Fechter in die Kniee ſanken und mit ihren Beichtvätern ſtille beteten; fodann warf der Schultheiß ſeinen Handſchuh in die Schranken, und Einer rief zum erſten⸗, zweiten⸗ und drittenmale:Heraus in Gottes Namen! Da fielen ſich die Gegner an, und der Scherer war hitzig in ſeinem Angriff, ſeiner Leibeslänge und Ge⸗ wandtheit wohl vertrauend. Heerdegen mit dem geſunden Fuß in dem Sande wurzelnd, ſchonend das kaum getheilte Bein, wehrte mannlich des Landſäß wüthenden Streichen, und bald geſchah es, daß des Letztern Kampfbeil von des Sperberseck Waffe gepackt in die Luft flog, worauf der Scherer einige Schritte zurückſprang, und ſein Schwert ent⸗ blößte. Flugs ließ auch Heerdegen die Mordayt zur Erde gleiten, und zückte das Schwert, und wartete des neuen Angriffs. Grimmiger noch denn zuvor ſtieß der Landſäß auf ihn zu, aber beſonnen gab der Sperberseck ſcheinbar eine Blöße, und wie ſein Feind den Streich nach feiner unbewehrten Schulter führte, unterlief ihn der Sperberseck, ſtürzte den langen Mann mit Leibeskraft zu Boden, kniete auf ſeine Bruſt, ſetzte ihm des Schwertes Schärſe an die Gurgel, und rief ihm drohend zu:Gib Dich, oder ſtirb! Da überkam den Scherer unter dem Eiſen ves Siegers unnenubare Angſt vor dem Tode und er ſtammelte, ſeine Waffe aus der ſchwachen Hand laſſend:Gib Gnade! Nun erhob ſich Heerdegen ſchnell, zeigte allem Volke des Landſäß Schwert, befahl dem Feinde auf ſeine Kyiee zu liegen, und rief:Das Leben ſey Dir geſchenkt, Du prahleriſcher Mann, aber kraft des kaiſerlichen Rechts er⸗ kläre ich Dich des Adels unwerth, verblete Dir für Deines Lebens Zeit, Dein Siegel als ein ehrlicher Ritter zu ge⸗