mönch und ſeinen Zeugen. Auch dieſen beiden letziern Kämpfern folgten ihre Särge, und wurden niedergeſetzt neben den Hütten in den Schranken, und zu einem jeden vier Wachslichter geſtellt und ein Weihbrunnkeſſel gethan⸗ — Sperberseck war ruhig, kalt und gefaßt, ſein leichtſin⸗ niger Ungeſtüm verließ ihn ſtets im Augenblicke, da es galt. Scherer von Landſäß ging blaß, finſter und nach⸗ denklich einher; Harras, von allen Dreien dem Waffen⸗ handwerk am wenigſten gewachſen, wandelte mit fröhlichem Angeſicht, als hätte er bereits den Sieg gewonnen. Die Gegner gingen in die Häuslein, ihre grauen Kampfwämm⸗ ſer anzulegen, und ſolchem Thun wohnten verordnete Kampfe richter aus den Geſchlechtern bei, beſtiegen hierauf wieder das Gerüſt, wo der Schultheiß des Reichs ſaß, als oberſter Kampfrichter, neben ihm die Stättmeiſter von Hall, als ſeine Beiſitzer, und alle ließen ſich nieder; der Schultheiß winkte mit dem Stabe, die Zinkeniſten blieſen, der Herold trat in ſeinem abenteuerlichen Schmucke in die Mitte des Platzes. Da verlas er die Privilegien des römiſchen Kö⸗ nigs und der Churfürſten, zugleich die Kampfordnung des Raths, rief die Kämpfer aus ihren Hütten, und ſprach ſie an, wie gebräuchlich:„Mein edler Herr Scherer von Land⸗ ſäß, der Ihr in meiner löblichen, des Reiches Stadt Hall das Recht fordert, beſteht Ihr darauf, den Herrn von Sperberseck eines mörderiſchen Angriffs zu zeihen, worinnen derſelbe Euch verwundet, und dieſe Wunde ihm nimmer zu vergeben?“ Scherer ſchwieg trotzig, und an den Harras wendete ſich der Herold, fragend:„Mein Edler des Reiches Freier von Harras, welcher Ihr neben dieſem Kampfhelden allhie Euer Recht ſucht, beſteht Ihr darauf, dem edlen Herrn von Sperberseck Euer ungerecht Gefängniß zu Baden zur Laſt zu legen, und ihm nimmer zu vergeben.“ Der Frei⸗ herr ſchwieg, wie Landſäß, und gegen Heerdegen gekehrt,
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40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
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