Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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reitet, der Kampſplatz mit Sand beſtreut, mit Schranken verwahrt, worauf hie und da offene aus Holz geſchnitzte Hände aufgerichtet ſtanden. Das war des Kaiſers Friede und der löblichen Stadt Hall Gewalt; weswegen auch vor dem Sitze der Kampfrichter die Wappenſtangen von Hall erhöht waren, mit Avler, Hand und Ring. Zugleich die Wappenſchilder der adeligen Kämpfer wurden von deren Freunden in Harnifch und Wehren zu Blalt getragen, ob nicht irgend einer daran zu tadeln fände, bevor der Kampf begonnen. Innerhalb der Schranken wie außerhalb der Bruſtlehnen ſtanden nach alten Herkommen die Sieders⸗ knechte aus den Salzhäuſern von Hall, Pickelhauben auf den Köpfen, Morgenſtern und Wehrſtangen in den Händen; ibnen gebührte, nach den Bütteln, die Ordnung zu halten. Auf dem Platze im Schrankenring waren auch zwei Häus⸗ chen von Brettern erbaut, worinnen ſich die Kämpfer mit ihren Grieswärteln zu halten hatten, und an dieſe Hütten wurden ihre Wappenſchilder gehängt, an die eine das Wap⸗ pen der Sperberseck, an die andere des Landſäß und des Harras Schilder. Das ſchönſte Wetter begünſtigte die Zu⸗ bereitungen zu dieſer ſeltenen Feierlichkeit. Der Markt wimmelte von neugierigen Zuſchauern, aber nicht weniger die Kirche von St. Michael, wo den Kämpfern am Frohn⸗ altar ein Amt gehalten, alsdann des Herrn Nachtmahl aus⸗ getheilt wurde. Nach demIte, missa est, verließen un⸗ ter eintönigem Glockenzeichen die Kämpfer die Kirche, um in die Schranken zu treten; zuerſt der Sperberseck, umge⸗ ben von ſeinen Beiſtänden, neden ihm ein Prieſter des deutſchen Hauſes, pinter ihm der Sarg für ſeinen ſterblichen Leib, deveckt von einem Bahrtuche, von Geſellen einer Brüderſchaft getragen; alsdann der Landſäß mit ſeinen Freunden, an ſeiner Seite einer aus dem Stifte Comburg; zum dritten der Freiherr von Harras mit einem Barfüßer⸗ Nonne von Enadenzell. M.