Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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der er, und kämmte ſich mit den Fingern den Bart gar be⸗ dräulich: die Weiber gehören in den Zwinger, ſolche Ca⸗ rabellen ſind Ungeziefer für die armen Leute. Da ich nun mit offenem Munde einfältig ihn anſchaute, und nicht wußte, was er ſagen wollte, ſo grommelte er weiter: Ja, Alte, ich ſag's, nicht beſſer ſeyd ihr, als die wälſchen Weibs⸗ bilder, ſo die Landsknechte mit nach Hauſe bringen. Ihr werdet von mir hören. Nun brach ein Ziſchen, Heulen und Gelächter los, daß ich vermeinte, alle böſen Geiſter ſtiegen aus der Hölle; der Graf winkte aber mit dem Fin⸗ ger und ging ſeines Wegs, worauf alle leidlich ſtill von dannen zogen, bis auf den letzten, der ſeinen Gaul aus⸗ ſchlagen ließ, daß mein armes Oehrle ein Wundmal davon getragen hat. Ich machte viele Kreuze hinter dem Satans⸗ gezüchte her, und wanderte bekümmert nach Engſtingen hin⸗ ein, und gedachte mich daſelbſt im Löwen zu erfriſchen. Wohl bekomm's, arme Mutter Simplicia! riefen wieder die Nonnen mit ſpöttiſchem Bedauern. Die Terminirerin nahm einen Schluck, und ſetzte dann den Stab ihrer Rede weiter fort:Ich war noch voll Schrecken und entſetzte mich noch mehr, da ich beim Hirtenhäuslein über einen Stein ſtolperte; ein übles, übles Omen. Was war's? Der gottesfürchtige Wirth zum Löwen war geſtorben; und ſein frecher Sohn an die Herberge gekommen; der empfing mich, wie der Jud das Schwein, jagte mich aus dem Hauſe, und rief, wir ſollten ihm nur die Hühner herausgeben, die wir ſeinem Vater abgeplaudert, und die Weiber zu Offen⸗ hauſen möchten fürder ſelber die Eier ausbrüten; wir ſeyen ein knützes Pack, und noch mehreres, wovon ich lieber ſchweige. Da machte ich's wie der Prophet, weilte nicht lange im Orte bei gutthätigen Seelen, und zog aus dem Drachenneſte ab. Nun erhob ſich ein Getümmel und Geſchelte unter den Kloſterfrauen, daß dem Löwenwirth zu