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kege Euch Schweigen auf, binde Euch die Zunge. Wir ſind alle ſterbliche Geſchöpfe, voll von Sünden, aber die Wehmüthelei in der Sünde iſt eine unwürdige Schmach, und gehört zur Hölle. Thut Euere Trauerſchleife ab und das Gedächtnißſträußlein, wenn ich Euch nicht auf Waſſer und Brod in die Zelle ſprechen ſoll.“— Agnes erhob die ſchwimmenden Augen, deutete mit bitterm Vorwurf auf der Priorin Locken, auf Renata's Buſen, auf die Ringe der Medora, und legte alsdann gehorſam das ſchwarze Band und den welken Strauß neben ſich auf die Bank. Weil die Priorin es befahl, verſuchte ſie zu eſſen, doch ging es nicht, und die gutmüthigere Anna ſteckte ihr mitleidig eine Hand voll Pfeffernüſſe zu, von welchen Leckerbiſſen die Ta⸗ ſchen der Küchenmeiſterin ſtets zu ſtrotzen pflegten. In⸗ deſſen klappte die Thüre auf, und die grobe Stimme der Meßnerin, auch Chorregentin, Barbara ließ ſich ziemlich ungebührlich vernehmen.„He, he!“ rief die bärtige Schöne, auf ihren derben Sohlen hereinpolternd:„Ich werde erſt gerufen, ſcheint's, wenn man die Broſämlein vom Tiſchtuch fegt? Die arme Mutter Barbara ſoll am Ende verhun⸗ gern, und iſt doch die einzige Imme, die noch in dieſem verrodeten Stocke arbeitet? Wenn ich nicht wäre, wer putzte denn das Gotteshaus, wer wiſchte denn den Staub von eueren Chorſtühlen, wo ſeit dem Jubeljahr keine Nonne mehr geſeſſen? Der Poppele hat mir geſagt, daß heute Nacht ein Geſpenſt auf unſerer Orgel muſieirte, Gott ſey bei uns; aber der Teufel, oder wer es ſonſt geweſen, hat Recht, darauf zu ſpielen, ehe das Inſtrument in Staub und Moder zerfällt. Ich weiß wahrlich nicht, ob ich noch ein Kyrie darauf heruntertrommeln könnte. Die Hand wird mir ſteif, weil ich nur den Beſen führe und das Glocken⸗ ſeil anziehe.“—„Nun, ſetzt Euch, laßt's Euch wohl ſeyn,“ lächelte die Priorin. Barbara ſetzte ſich neben die Kaſtnerin,


