Teil eines Werkes 
40. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Band (1840)
Entstehung
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20 ſpeiste in größter Schnelligkeit für Dreie, und murrte end⸗ lich über die Tafel:s iſt eine Schande und ein blutig Aergerniß, heut hat der Pfaff ſchon wieder keine Meß ge⸗ leſen. Da kommt uns bald kein Menſch mehr in die Kirche, und in den Opferſtock legen die Spinnen ihre Eier, aber nicht die frommen Chriſten ihre Pfennige.

Die Mutter Chorregentin ſagt's auf's Tipfele, wie's iſt, fiel plötzlich eine ſchnarrende Stimme ein, und es war die der Pförtnerin. Schweſter Benedicta mit den verglas⸗ ten Augen und der roth geſprenkelten Naſe, ein verdroſſenes Weib, wenn nicht der Wein ſie luſtig machte, bückte ſich über den Tiſch, ſchob den ſchweren Roſenkranz an ihrem Gürtel raſſelnd bei Seite, zog einen hölzernen Becher aus ihrem Sack, und hielt ihn an den Schnabel der Schleif⸗ kanne, welche Mutter Anna hanvhabte.Schenkt ein, ſprach ſie,und dann will ich euch ſagen, daß der Pfaff heut nach Gomadingen gegangen iſt, um dem Pfarrer mit dem jungen Schüler, der die Laute ſo wacker ſchlägt, eine Ergötzlichkeit zu machen.Der Belzer ſpielt doch all⸗ zuſehr den Herrn, brummte die Kaſtnerin, und die jungen Nonnen kicherten, während die älteren murrten. Der gelbe Neid überkam inzwiſchen die Mutter Barbara, und ſie rief hämiſch:Schöne Muſica, wovon die Trunknen reden, od ſie gleich nicht hören! wenn einmal ein unbärtiger Fant wie jener Knab als aus dem Himmel in das Kloſter fällt, und die Saiten rührt, wär's auch noch ſo ſchlecht, ſo werft ihr gleicht euere Chormutter in den Winkel. Ihr Unarten! meint ihr, weil ihr aus Faulheit den Chor ſchwänzt, ich hätte mein Zitherſpiel vergeſſen? geſchwinde, Schweſter Be⸗ nedicta, gebt mir das Werkzeug her, dort ſteht es auf dem Sims. Ich will euch zur Ergötzlichkeit das alte Schleifer⸗ lein aufſpielen, wornach ihr ſchon ſo oft getanzt, und ihr werdet mir abbitten. Schnell ſtand vor der Chorregentin