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weißer Fleck darauf, eine Glücksblüthe; ſag' an, hold Müt⸗ terlein, ob Dir nicht etwa ein Knabe gut iſt in verſchwie⸗ gener Minne?“— Darob lachte Richardis hell auf, und erwiederte:„Ihr ſeyd mir geſchickte Wahrſagerinnen. Kennt Ihr den Knaben, und wie ſein Name?“—„Braune Haare, ſchwarze Augen,“ ſagte Renata.„Wie er heißt?“ fragte Medora:„Die hochwürdige Mutter eines frommen Kloſters muß den Schönſten und Heiligſten haben, der im Kalender ſteht; wenigſtens den Oſtertag, den lieben, friſchen, freudigen Tag.“—„Ihr Schäkerinnen,“ verſetzte Richar⸗ dis geſchmeichelt:„ich will's dem mannlichen Friedingen ſagen, wie Ihr ſeinen Namen preist und feiert, gleich ei⸗ nem Heiligen.“—„Warum ging er denn ſo früh? Habt ihr euch erzürnt?“ ſagte Renata, indem ſie mit der Priorin Schvoßhunde tändelte.—„Wo Lieb iſt, ſtirbt der Zorn,“ antwortete Richardis:„der Junker iſt aber auf Kundſchaft geritten, gen Pfullingen oder Reutlingen. Uns droht ein Wetter, und ſoll uns gerüſtet finden.“
Ein ſchleppender Fuß ſcharrte vor der Thüre; Mutter Anna, die Küchenmeiſterin, ſtreckte das breite Geſicht herein mit den Worten:„Das Morgeneſſen iſt fertig, wollt Euch in die Kapitelſtube bemühen, werthe Frauen.“—„Wir folgen,“ rief Medora, die Feinſchmeckerin:„was gebt Ihr uns heute zur Erfriſchung?“—„Die ſchönſte gelbe Suppe, die ie gekocht wurde, und einen ſtattlichen Ueberreſt vom geſtri⸗ gen Schmauſe; eine ſchöne haſelbraun gebratene Gans, darinnen ein feiſtes Huhn, und darinnen ein fettes Brat⸗ würſtlein; der alte Vater auf dem Güterſtein hatte es nicht beſſer, da ihm der Pabſt erlaubte, die Faſten zu brechen.“
Mit fröhlichem Geplauder ſchritten die Nonnen nach dem bezeichneten Gemach, wo man en Imbiß einzunehmen pflegte, wenn man etwas zu verhandeln hatte, was den am Refectorium lauſchenden Mägden ein Geheimniß bleiben


