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rung ihres Kopſputzes das Geringſte zu verändern.— „Denke Dir, hochwürdige Mutter,“ verſetzte Renata mit frecher Luſtigkeit,„daß Medora, die verläumderiſche Zunge, mich überreden wollte, daß Oeſterlein noch in ſeiner Her⸗ berge verweile, und in den Tag hineinſchlummere, der tapfere Ritter in einer keuſchen Nonne Schooß!“—„Ich werde der leichtfertigen Schweſter die Diseiplin verordnen,“ entgegnete Richardis im ſelben Ton. Medora aber klagte mit luſtigem Zorn:„Ach, mir glückt keine Bosheit mehr. Seit ich die Mutter Schaffnerin mit ihrem Holderſtock am Kornboden überraſchte, hab' ich nicht Freud, nicht Stern.“ —„Nicht gut iſt's, wenn man überall die Augen haben will,“ meinte Renata, und zupfte Medoren bei der Naſe; „wie aber, wenn ich's geſehen hätte, als heute in grauer Morgendämmerung der wohlbeleibte Hug aus Schweſter Medora's Zelle ſchlich?“—„Gottloſe Frevlerin!“ ſcherzte Richardis mit aufgehobenem Finger.„Wir ſind Sünderin⸗ nen allzumal,“ verſetzte Medora mit erheuchelter Zer⸗ knirſchung, während ihre Augen flammende Luſt ſprühten. Renata rief jedoch:„Das mögen uns die ſteinernen Hei⸗ ligen vergeben, und die Mutter Gottes von Lindenholz, die Schweſter Gertrud ſo fein mit Nußöl falbt, wenn ſie vor dem Volke weinen ſoll.“—„Ihr übermüthigen Thörinnen!“ predigte Richardis:„wißt Ihr nicht, daß die Strafe hinkt, aber nicht minder den beſten Reiter einholt?“—„Ich bitte um Abſolution,“ ſpöttelte Medora und küßte die Hand der Oberin. Renata ergriff die andere Hand der Richardis, ſtreichelte ſie wie ein verliebter Buhle und flehte ſchelmiſch: „Bitte, bitte, lieb Händelein, wolleſt uns Armen gnädig ſeyn. Schlag uns nicht, bitt für uns. Sieh' doch, Me⸗ dora, welch niedliche Fingerlein, ſo zart, wie Flaum, ſo rein, als Kryſtall, die Spitzen ſo roſenroth, ſo durchſichtig die glatten Nägelein. Ei, Mutter Richardis, da iſt ein


