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Gewaltigen der Erde treten Chriſti Jünger in den Staub, und wir arme ſchwache Weiber mögen uns ſonderlich der Uebermacht nicht erwehren. Du findeſt hier nicht den Frie⸗ den, gute Tochter, aber wohl viele bittere Drangſale. Haſt Du Deinen Entſchluß wohl überlegt?“— Giſela bejahte eifrig.—„Weinen Deine Eltern nicht um Dich? fühlſt Du keine Sehnſucht, zurückzukehren, und iſt Dein Herz dem Heimweh fremd?“— Giſela, obſchon erſchüttert von der plötzlichen Erinnerung an die trauernde Mutter, faßte ſich ſchnell und antwortete mit feſter Stimme:„Mein Vater iſt todt für mich, die Mutter gewöhnte ſich ſchon längſt an den Gedanken der Trennung. und, wie auch mein Loos gefallen wäre in dieſer Welt, hätte ich nicht der Eltern Haus früh oder ſpät verlaſſen müſſen? wenn das Weib der Mutter ſich entfremden muß, um dem Mann zu folgen, warum zauderte ſie, da es dem himmliſchen Bräutigam gilt?“—
Die Priorin nickte beifällig, ſann eine Weile nach, und fragte dann wieder mit beſonderer Argliſt in den Augen: „Und auch nicht die Sehnſucht nach dem Manne wäre es, welche Dich einſt bereuen machen könnte, dieſes Kleid ge⸗ wählt zu haben?“—„Ich verabſcheue ihn,“ antwortete Giſela mit Heftigkeit. Die Priorin lächelte und fuhr fort: „Spricht nicht ein gekränktes Herz aus Dir? Du biſt jung, nicht ohne Anmuth; hätte ſich noch keiner Dir genaht, der Dich betrog, deſſen Undank Dir den Eid abgenommen, in dem Frevler fürder das ganze Geſchlecht zu haſſen?“— „Ich bin eine reine Magd, hochwürdige Mutter, habe kei⸗ nen Frevel zu bereuen, keinen Undankbaren zu haſſen.“— Noch einmal ſchwebte ein vielſagendes Lächeln um den Mund der Priorin, und ſie ſprach, von ihrem Stuhle ſich erhebend: „Du verſprichſt, ein Licht des Ordens und unſers Hauſes zu werden. Wie aber, wenn ich Dir demungeachtet die
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