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an, denn nur in der Trennung von der Welt findet man den Weg zur Gnade.“
Crescentia lächelte abermals, deutete in's Freie, und fuhr fort:„Seht, liebe Jungfer, jene Wieſe haben edle Gutthäter dem Kloſter geſchenkt, und aus jenen Wäldern holen wir das Holz. Dort ſeht Ihr aber den Sternen⸗ berg, dem die Aichenhald gegenüber liegt, und auch ein Stück der Hoppenhalde, alſo genannt von einem Räuber, der vor langer Zeit gar oft ſein Weſen dort getrieben. Mir gedenkts freilich nicht, aber die würdige Mutter Eu⸗ ſtachia hat den furchtbaren Mann öfters geſehen, wann er aus dem Geklüft der Alb herunterkam, in unſerer Kirche zu beten. Denn er war fromm, ehrte die Heiligen und die Klöſter, und bereute dann und wann ſeine Sünden. Seit Langem hat man aber nichts von ihm gehört, und er mag wohl geſtorben ſeyn, im wilden Forſt etwa, oder viel⸗ leicht ereilt von der Rache der Menſchen; jetzo iſt hier herum alles ſicher, und nur die Raubthiere ſtreifen oft bis an die Mauern des Kloſters.“—„Beſſer, wilde Thiere zu Nachbarn haben, als böſe Menſchen,“ bemerkte Giſela mit Andacht. Die Schweſter ſprach weiter:„Es iſt Schade, daß von hier aus unſer Garten nicht ganz zu über⸗ ſehen iſt, doch führe ich Euch ſpäter dahin. Wir ziehen darinnen trotz der rauhen Albluft manch ein edles Kraut, und unſer Zwiebelgärtlein iſt ſchön, wie die zu Honau. Anmuthige Gebüſche fehlen nicht daneben, worinnen man ſich ergehen mag, wenn die Witterung geſtattet, den Kreuz⸗ gang zu verlaſſen. Bei heißer Sonne iſt vornehmlich das Plätzlein kühl und wonniglich, wo die Lauter entſpringt, und in drei Quellen aus dem Felſen ſtrömt. Oſt baden ſich die Kloßterfrauen in dem reinen Becken, wenn der Mond durch die dichten Zweige ſcheint, und alles ringsum ſchläft und ruht. Ach, viel lieblicher iſt der ßille Garienhain, als


