Teil eines Werkes 
39. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1840)
Entstehung
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unheilſchwangere Antlitz des Wildherrn, der auf dem Stum⸗ mel einer gefällten Buche, die Axt in der Fauſt, zu Ge⸗ richt faß, mit ſeinem Leibe den grauen Märten verbergend, der hinter ihm lauſchte, wie ein blutdürſtiger Wolf. So verharrten ſie alle während kurzer Friſt in tiefem Schwei⸗ gen; der Wächter an der Höhle vernahm darinnen die tie⸗ fen Athemzüge des Schlafenden, und gab ein Zeichen, daß man von ihm nichts zu beſorgen habe. Wildherr nahm plötzlich das Wort, daß ſeine Stimme wie ein kaltes Erz, des hinrichtenden Dolches Vorläufer, in die Bruſt der Un⸗ glücklichen drang, die vor ihm knieten.Du in dem Trauer⸗ kleide, geizhälſiger Leichenbitter, wie nennſt Du Dich? Ich bin ein Edler von Dieſſenhoven, bereue ſehr, daß ich die verdammte Klage erhoben, ſo mich in's Verderben bringt, und würde ſtracks das Land verlaſſen, nimmer wie⸗ derzukehren, wenn ich von Euch das Leben erhielte. Woher ſtammſt Du? ſage es friſch und lüge nicht. Ich wohne im Hohenlohiſchen, beerbte juſt zu Ulm die Muhme, eine geborene von Bachenſtein, und unſer beider Stammhaus ſteht zu Hall.Genug! rief Wilbherr mit Ungeſtüm:Die Todesangſt, die Du erlitten, ſey Deine Strafe. Kumpane, dieſen Mann ſpreche ich frei, und befehle, daß er ſtracks gen Reutlingen geleitet werde⸗ Der Geizhals ſehe zu im heiligen römiſchen Reiche, wer ihn henken mag. Dieſſenhoven, der ſolche Milde nicht erwartete, rutſchte auf den Knieen gegen den Wildherrn, ihm zu danken, aber das Beil des Räubers drohte ihm, daß er zurückſank. Indeſſen murrten die Diebe im Kreiſe,

und ſprachen zu einander:Was iſt das? Warum gibt er

den Schurken frei? weil er ein Wappen führt? Antworte, Wildherr! Der Anführer erhob ſich ſchnell und fragte rauh dagegen;Wer unterſteht ſich, mein Wort zu deu⸗