Teil eines Werkes 
39. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1840)
Entstehung
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der Tiefe des Thales ein Schrei emporſchlug, wie der hei⸗ ſere Ruf eines Aasgeyers, antwortete er auf dieſelbe Weiſe, und flüſterte zu den Kumpanen:Ha, ſie kommen. Nickel, ſtelle Dich hart an vie Thüre, und wehre dem Mann den Ausgang, wenn er etwa Luſt hätte, uns zu ſtören, da wir Gericht halten; doch binde ich Dir auf das Gewiſſen, ihn nicht mit der Schärfe Deines Nagels zu verletzen, ſonſt... s iſt gut, murmelte Nickel, der halbe Worte ver⸗ ſtand. Hierauf näherten ſich die Räuber alle dem Rande des Berges, und horchten aufmerkſam, wie es den Holz⸗ ſchlipf herauf raſchelte, näher und immer näher; gleitende Schritte, kletternder Leute Keuchen, leiſes Aechzen und Kla⸗ gen von Männern, die wider Willen herauf geſchoben wur⸗ den, von ihren Führern bei jedem Tritte mit dem Tode bedroht, wenn ſie ſchrieen, oder einen Widverſtand ſich ein⸗ fallen ließen.

Wie ein verworrener Knäuel von Engeln des Abgrunds

ſtiegen des Wildherrn Genoſſen vor ihren Freunden aus der

Tiefe, und immer je zweie hielten einen zitternden Mann, gefangen und gebunden in ihrer Mitte, und riefen trium⸗ phirend:Wir haben die Schurken, wir fingen ſie, da ſie unterm Geleit von Reutlinger Söldnern Pfullingen verlie⸗

ßen. Wie lieſen die Haſen von Lanzenträgern! wie zittern

jetzt dieſe feigen Lämmer! Wir mußten ſchweifen weit durch Feld und Wald, dem ſtreifenden Volke zu entrinnen; dafür mag uns jetzt das Blut der Hunde lohnen.

Wildherr gebot Stille, und auf dem engen Platze, im dichten Gebüſch, nur wenige Schritte von der Höhle ent⸗ legen, ſchloßen die Räuber einen Ring, ein kleines Feuer⸗ lein wurde angeſchürt, und beleuchtete bald wie eine Trauer⸗ kerze die bleichen Geſichter der auf den Knieen liegenden Gefangenen, die finſtern Geſtalten ihrer Todfeinde, und das