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er, diesmal mit einer gewiſſen Vertraulichkeit, dem Jäger auf den Leib, und ſagte zu ihm:„Es reut mich, daß Ihr hier ſteht, aber ich mag Euch jetzt nicht loslaſſen, um Euerer Sicherheit willen. Meine Kumpane ſtreifen auf flüchtige Hirſche, und könnten Euch Ungelegenheit machen. Verzieht darum noch eine Weile, bis der Morgen graut, ich bürge für Euer Haut und Haar.“— Der Jäger verſetzte mit ei⸗ nem zuverſichtlichen Blick auf den Räuber:„Ich hoffe das. Damit ich Dir beweiſe, wie ruhig meine Seele iſt, will an jenem Steine mich niederlaſſen, und eine Stunde ſchlum⸗ mern, denn ich bin müde, kann mich kaum aufrecht halten.“ —„Thut das, Herr,“ entgegnete der Räuber mit Treu⸗ verzigkeit:„ſollt nicht geſtört werden. Ihr habt wohl ei⸗ nes beſſern Lagers Gewohnheit, doch will ich ſorgen, daß Ihr leivlich gebettet ſeyd. Heda, Dornhan, guter Freundt Setze Dich zum BVoden nieder, und lege das Haupt dieſes Herrn auf Deinen Schooß. Deine Hände und Mantel ſind ein weicheres Kiſſen, als der Stein.“—
Wenn ſchon Dornhan mit verwundertem Geſichte den Befehl vernahm, ſo verrichtete er voch augenblicklich, was ihm geheißen war, und der gefangene Jäger legte ohne Wiverſtreben ſeinen Kopf auf die Kniee des Gauners. Lä⸗ chelnd, obgleich mit einem gewiſſen Ernſte, hob er den Finger wie ein drohender Schulmeiſter gegen den Räuber⸗ hauptmann, und ſprach:„Du! ich erwarte, daß Dir die heutige Nacht heilig ſey, wie mein Schlaf, und daß Du die Hirſche losläſſeſt, ohne ihnen Leids zu thun.“—„Keiner wird gehenkt, man habe ihn denn zuvor!“ entgegnete Wild⸗ herr lachend, winkte alsdann den Genoſſen, und ſagte: „Hinaus, Geſellen. Der Herr will allein ſeyn, und die Trabanten gehören vor die Thüre.“ An der Spitze ſeiner Leute ging er ſelbſt aus der Höhle, und da ſo eben aus


