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liger Sehnſucht, ſtolzer auf das Kleid eines ſchlichten Bet⸗ fahrers, als auf den Prunk, den er ſchon geſehen, den er ſchon getragen. Der ſchweren Sorgen Laſt war dazumal von ihm ge⸗ wichen, ein ohnmächtiges Gewölk vor den Sonnenpfeilen des Tages; und Segen war ihm geworden, ſtatt des Unfriedens und ruhig ſchlug das ſtarke Herz, ſtatt zu toben, gleich dem brauſenden Moſt, der an den Banden rüttelt, welche ihn einfangen.— In ſolcher Stimmung kam der Mann, ein⸗ ſam wandernd, an die Stelle, wo das Schlößlein Lichten⸗ ſtein auf keckem Vorſprung in das Thal ragt. Und vor⸗ ſichtig den Graben umkreiſend, über den nur ſelten die Zug⸗ vrücke der Burg ſich niederließ, ſagte er ſcherzhaft vor ſich hin:„Ich würde ankommen, wie bei den ſchlechten Nonnen zu Gnadenzell, wenn ich von der griesgrämeriſchen Edel⸗ frau, die den Lichtenſtein gebaut hat, die Gaſtfreundſchaft begehren wollte, und dennoch. macht es der kühle Schein des Mondes, oder die weite Fahrt durch die Berge.. fühl' ich mich mit einemmale ſo behaglich müde, daß jeder Baum mir ein willkommenes Dach, jeder Fels ein trauliches Bette ſeyn würde. Aber ich will der Müdigkeit nicht nach⸗ geben, und dem Beiſpiele des rüſtig laufenden Hundes fol⸗ gen, damit nicht etwa meine läffigen Gefährten früher denn ich, an meines Hauſes Thüre klopfen, und mein Weib er⸗ ſchrecken, wenn ſie nur Jägerbeute mit ſich bringen, aber nicht den Mann.“
So machte ſich der Wanderer mit erneuter Munterkeit
auf den Waldpfad, der am Bergeshang nach Oberhauſen
abfällt. Er war indeſſen noch nicht weit darauf gekommen, als er ſich von drei Geſtalten umringt ſah, die ihn bei der Schulter faßten, und fragten, woher und wohin. Er ant⸗ wortete unerſchrocken:„Sagt mir vorerſt, ihr Wegelagerer, wer ihr ſeyd, und wie es kommt, daß ihr an ſo abgelege⸗


