Teil eines Werkes 
39. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1840)
Entstehung
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Thal zu, da ſagte er nach kurzem Ueberlegen:Ich will Honau zu ausſchreiten, oder beſſer, mir nicht verſagen, bei ſo wunderherrlicher Sternenpracht längs dem Bergrand hinzugehen, wo der ſtattliche Wald nach Hauſen abwäris führt. Was man auch im Lande von Schelmen und Dieben redet, Gott iſt doch überall, und ich fürchte die Mörder nicht. Ich wag's. Seine Straße verfolgend, wurde ihm, je weiter er die Fuße ſetzte, immer freier und muthi⸗ ger um's Herz, und er koste traulich mit den Erinnerungen aus ſeinem Leben, die gleich durchſichtigen Zauberjungfern ihm zur Seite gaukelten. Wie er ſo oft als wilder Knabe vieſe Reviere durchßrichen, ſtets Abenteuer geſucht und we⸗ nige gefunden in ſeinem Uebermuth, wie er damals unter dem flimmernden Himmelszelt gleichgültig hingegan⸗ gen und ſich wenig darum gekümmert, ob Sonne oder Mond ſchien, ob Regen ſiel over Schnee ſtäubte, ob die Menſchen ſeine Freunde waren oder ſeine Feinde.dieſes Alles erzählte er ſich ſelber aufrichtig wieder, ohne Lüge, ohne Falſch. Die rauhe Jugend lag hinter ihm, wie die rauheſte Alb; freundlich wie das Thal zu ſeinen Füßen erſchienen ihm die Jahre, da er zur Erkenntniß kam und den Sinn gewaltig änderte, wie es einem Manne zuſteht, der, im Schlachtgewühl der Leidenſchaften ſtark gefährdet, endlich ſein freudiges Panier aufrichtet, wie einen Cedernbaum und ruft:Genug des Streits, der Sieg iſt mein! Mit ſchar⸗ fem Aug hinüber ſchauend nach den Bergen zu ſeiner Rech⸗ ten, wo in grünen Wäldern die Karthauſe verſteckt lag⸗ eine Quelle ewigen Heils, kam ihm das duftende Thal der Echatz vor, wie das blaue Meer, das er einſt auf ſchwan⸗ kendem Kiel durchſchifft hatte, und im wachen Traume ſtie⸗ gen vor ſſeinen Sinnen die Kuppeln der heiligen Stadt unſers Erlöſers auf, wohin er gepilgert war mit andäch⸗ Nonne von Gnabenzell. 1. 10