Teil eines Werkes 
39. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1840)
Entstehung
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die Kirche des heiligen Pancratius, die man aufrecht laſſen mußte, weil alle dahinſtarben, die mit einem Finger daran rührten. Ach, glaubt ja nicht, daß es ein erſonnen Mähr⸗ lein ſey, was ich erzähle; glaubt nicht, daß ich ein Thor ſey, der alſo redet. Wahrlich jedoch bin ich der Enkel des erſchlagenen Königs, und die Geiſter meiner Ahnen wan⸗ deln alle Nacht und haben mir's beſchworen, und dürfen nicht ſelig werden, bis nicht das Schickſal der grauſamen Kloſterweiber erfüllt und der Schatz gehoben worden iſt, auf welchem ich meinen goldenen Stuhl errichten ſoll. Und dieſer Schatz wo liegt er denn? fragte der Sterndeuter einfältiglich, als Poppele inne hielt. Der Jüngling erwiederte pfiffig und lachend:Frage Deine Tru⸗ tenfüße und den Mond; aber in den Bauch der Erde ſtrablt ja kein Stern, und eine keuſche Jungfrau muß dabei ſeyn, wenn nicht der ſchwarze Hund den Schatzgräber zerreißen ſoll. Der Zeichendeuter beutelte geckenhaft ſeinen Kopf hin und her, zwinkerte mit den Augen und meinte:Du biſt ein Schalk mehr denn ein Thor, und dieneſt nur dar⸗ um dem Gotteshauſe, daß Dir eine reine Magd zu Dei⸗ nem Zwecke nicht entgehe. Worauf Poppele halb poſſier⸗ lich und halb entſetzt antwortete, indem er ſich ſchüttelte: Huhu, mich friert. Die Keuſchheit dieſes Hauſes iſt die Peſt. Dieſe Mägde, die zu Tiſche ſitzen in Mummerei und Sünde... die das Schelmenlied aus voller Kehle ſingen⸗ und des Chors nicht warten.. Herr erbarme dich ihrer! Aber ich wüßte, was ich thäte, wenn ich der Herr wäre. Seine Augen rollten, häßlich verzog er den Mund, griff ungeſtüm in des Herdes Kohlen, unb ſchlenderte aus allen Kräften Aſche, Funken und Glut auf den Boden. Er blies hierauf über die verſengte Hand, und verſuchte raub und mißtönend in das Lied einzuſtimmen, das von der Tiſchge⸗ ſellſchaft iu dem Refektorium geſungen wurde, und nicht