Teil eines Werkes 
39. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1840)
Entstehung
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warm im Reſie ſaßen, und nochten nicht mit dem Heiden ſtreiten. Wie varob der Kaiſer ſich erzürnte, that er die Grafen in die Acht, daß ſie Knechte ſeyn ſollten, ſtatt Herren: Knechte, wie ich, der ich dazumal noch lange nicht geboren war. Knechtſchaft thut aber weh, und ſchmeckte den Herren nicht, ſo daß ſie miteinander zu Rathe gingen, einen Fußfall vor dem Kaiſer thaten, und zu Kreuze kro⸗ chen. Wohl verzieh ihnen der Kaiſer, aber wollte ihnen eine Buße aufgeben, daß ſie klug würden. Und ſprach zu ihnen:Seht den König zu Offenhauſen, wie er ſteif über Land und Leute ſeinen Scepter reckt, und ſich nicht küm⸗ mert, weder um mich, noch um Euch, ſeine Nachbarn. Geht hin, und ſtoßt ſeine Burg mit Feuer an, und gewinnt ſeine Stadt; brennt und macht ſie der Erde gleich, und er⸗ baut auf ihrem Staube ein Kloſter für zwei und ſiebenzig heilige Jungfrauen. Dann ſoll Gnade ſeyn für Recht, und ſtraflos Euer böſer Wandel. Als das die Grafen hör⸗ ten, thaten ſie ſtracklich, wie der Kaiſer befohlen, und er⸗ ſchlugen den König, jagten ſeine Kinder in's Elend, und machten aus der Stadt einen Flecken, neben den ſie das Kloſter bauten, welches Gnadenzell geheißen wurde. Und es vergingen nicht viele Jahre, ſo ſagten ſie unter ſich: Was ſchaffen wir mit dem Flecken, wo die Menſchen an⸗ noch wohnen, veren bleiche Geſichter uns immer anklagen, daß wir ihre Väter und Mütter zu Tode gewürgt haben? Wir wollen hingehen und ſie ſchlecht machen im Lande, als ob ſie böſe Leute wären, und Gottes Gericht, wollen wir ſagen, käme über die Sünder. So gingen ſie, wie ſie be⸗ ſchloſſen, und ſchlugen zuerſt die Ehre der armen Leute todt, und alsdann ihre Leiber, und verbrannten den Flecken von Grund aus. Die Kloſterjungfrauen in der Zelle aller Gna⸗ ven ſangen aber vazu ein Loblied, und Gnade war keine, als für die Leichen, die ſchon im Grunde ſchliefen, und für