Teil eines Werkes 
39. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1840)
Entstehung
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Hand des thörichten Jünglings verwendet, öſters den Kopf geſchüttelt, und ſein Buch ergriffen, von deſſen Pergament⸗ blättern allerlei ſeltſame und bunte Zeichen in die ſtarren Blicke des armen Poppele leuchteten. Dann begann der Alte, die Kappe lüftend, mit dumpfer Stimme:In die⸗ ſer Hand hat ein wunderlich Verhängniß ſeine Strahlen und Kreiſe gezogen. Etwas Deutliches herauszufinden, bin ich nicht im Stande. Doch läuft die ſchwache, viel durch⸗ ſchnittene, viel geäſtete Lebenslinie an allen Enven in eine Krone zuſammen; ſo wie man's dann und wann bei hohen Fürſten treffen ſoll. Poppele's Stirne wurde heiter als wie von Sonnenſchein, heſtig richtete er ſich auf, ſchlug den Propheten mit gutmüthiger Wildheit auf die Achſel, und rief:Du biſt mein Mann, haſt was gelernt, und ſollteſt ſchwer mit Gold belaven von hinnen gehen, wenn Poppele nicht ſo blutarm wäre. Eine Krone...! Haha! ſie gehört mir. Ich will Euch zeigen, wer ich bin. Alſo⸗ gleich lief er nach ſeiner Ruhebank, und brachte von dort ein ſchmutziges Blatt herbei, worauf, ſchlecht in Holz ge⸗ ſchnitten, eine Königsgeſtalt zu ſehen war, wie ſie im Bette lag, oder auf dem Grabſteine, eingehüllt in Decke oder Mantel, aber eine mächtige Krone auf dem Haupte und zur Seite in den Armen den Scepter und Reichsapfel. Der Himmel mochte wiſſen, vurch welchen Zufall dieſes Blatt in des beklagenswerthen Thoren Beſitz gekommen war; aber mit hochmüthiger Geberde zeigte er darauf, und fuhr fort: Seht, das bin ich, und alſo muß man mich einſt in's Grab legen, wenn mich Gvtt erhöht hat, ſo wie er mich erniedrigte.O, welche Verwirrung, welch unſeliger Wahn! ſeufzte Giſela, und der Sterndeuter gaffte den vegeiſterten Jüngling mit offenem Munde an. Poppele ent⸗ gegnete aber ſchnell, von ſeinem Hochmuth unverzüglich zum bittern Schmerz des Knechtes herabſinkend:Wahrlich,