Teil eines Werkes 
39. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1840)
Entstehung
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kein evler Stern, kein gutes Zeichen ſtand über dieſes Men⸗ ſchen Wiege. So fällt Glück und Fluch aus den Häuſern des Himmels auf unſere Häupter hernieder; und wir ſchla⸗ fen noch im Keime, und wiſſen es nicht. Die Aermſten ſind jedoch die auf Erden, denen gegeben wurde, in des Menſchen Zukunft zu leſen, und ſein Schickſal zu deuten aus der Schrift der Sterne. Jedoch will das Verhängniß erfüllt ſeyn. Darum zeige mir das Innere Deiner Hand, Du blöder Menſch.Wer biſt Du? fragte Poppele argwöhniſch, ohne ſich zu bewegen.Ein Sterndeu⸗ ter.Ein Narr, alter Mann. Wie findeſt Du in mei⸗ ner Hand die Sterne, die Du brauchſt?Der Thor⸗ heit Hohn verwundet meine Seele nicht. Als Selave bei den Heiden, lernte ich, während langen Jahren, ſchlaflos in der Wüſte liegend, die Sprache der Geſtirne, wie ſie dort immer hell und klar am Himmel zu leſen iſt. Zugleich erfuhr ich von den Weiſen jener Länder, wie in des Men⸗ ſchen Hand der Sternenkreis ſich ſpiegelt. Gib her die Dei⸗ nige ſonder Furcht, daß ich Dir ſage, wer Du warſt und biſt, und ſeyn wirſt.Wenn das iſt, ſo laſſe Deine ſeine Kunſt heraus, antwortete Poppele, und lehnte ſich über des Herdes Glut, daß der alte Zeichendeuter in die Fläche ſeiner Hand zu ſchauen vermochte. Giſela berührte dagegen leiſe ſeine Schulter, und ſprach ernſtlich mahnend: Du ſchwacher Knab, v laß Dich nicht bethören. Was von den Heiden kömmt, iſt Teufelswerk, und nur der Fin⸗ ger Gottes regiert das Leben.

Poppele drehte mißvergnügt mit einer garſtigen Fratze das Geſicht zu ihr, ohne ſeine Stellung zu verändern, und murrte wild:Weißt Du denn, wer Theil an mir hat? Ich träumte oft, daß mich Gott verließ. Drum ſage ruhig

Deinen Spruch auf, alter Heide. Der zudringliche

Prophet hatte indeſſen das prüfende Auge nicht von der