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dem er ihre Hand ſtreichelte:„Mir iſt ganz Recht, daß Du nicht die Hailwig biſt. Ich habe Dich als eine Fremde lieber. Mutter Hailwig hat mich einmal einen Affen ge⸗ ſcholten, und Gott wird ihr theimgegeben haben, was ſie an dem armen Poppele verſchuldete, denn ich ſuche ſie ſchon lang in allen Winkeln, und kann ſie nicht mehr finden.“— „Schweige, dummer Michel!“ ſchalt nun die Küchenmeiſte⸗ rin und drohte mit aufgehobener Hand:„Du ſollſt hun⸗ gern, drei Tage lang, wenn Du nur einmal noch die wür⸗ dige Mutter zu nennen wagſt!“
Der unglückliche, herabgeknechtete Menſch bückte ſich krumm auf der Erde wie ein Knäuel, erhob die Hände bit⸗ tend über ſeinem Haupte, und legte ſie dann beide feſt auf den Mund, als betheure er, denſelben nicht mehr aufthun zu wollen. Eine unnennbare Furcht und Wehmuth ſtrahlte aus ſeinen tiefliegenden, verwirrten Augen auf, und die dickhäutige Kloſterfrau verſpürte etwas von Mitleid und ſagte, als wie entſchuldigend, zu Giſela:„Man muß dem armen Narren viel hingehen laſſen, er iſt ein Erbſtück des Kloſters, ein leibeigen Kind, oder am Wege gefunden,. ich weiß das nicht ſo recht.“—„Alles erlogen, alles nicht wahr,“ murmelte Poppele heiſer, daß nur Giſela ihn hörte. Die Kloſterfrau fuhr indeſſen fort:„Wir haben oſtmals unſer Kreuz mit ihm, wenn der Wind ſich ändert, oder Tag und Nacht ſich gleich iſt, oder Schnee am Himmel hängt. Dann wird er tückiſch, ungezogen und närriſch vorlaut..“—„Ei, wie ſie lügt, ei, wie ſie läſtert!“ brummte der Unglückliche wie zuvor in ſich hinein— „wenn er auch ſonſt verträglich und gehorſam ſchien,“ ſprach Mutter Anna weiter.„Es iſt ein Glück, daß er nur mit der Zunge böſe thut, mit Worten nur, und nicht mit Werken.. Poppele grinste und kicherte grimmig in ſeine geballte Fauſt wie eine leiſe murrende Katze„und


