Teil eines Werkes 
39. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1840)
Entstehung
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teuerlichen Bildwerke, welche dazumal die muthwillige Laune der Baumeiſter da und dort in Kirchen und Klöſtern anzu⸗ bringen pflegte; aber je mehr ſie nach dem Winkel blickte, um ſo deutlicher wurde das fahle Geſicht, die hervorſprin⸗ gende krumme Naſe, der grinſende Mund, und des Schä⸗ dels Spitzgeſtalt, umhangen von ſtracken, langen ſchwarzen Haaren. RNoch immer klang des Studenten klimperndes Spiel, und das Händeklatſchen der Weiber, als die Laien⸗ ſchweſter zu ihrem Schrecken bemerkte, daß während deſſen das Holz auf dem Herde in Aſche und Glut zuſammenge⸗ ſunken, der Bratſpieß ſtill geſtanden, die Flamme ſchier er⸗ erloſchen war.Mein Jeſulein! rief ſie eifrig:wer ließ das Feuer ausgehen? Das Kitzlein wird zur Kohle, in die Brühen ſchlägt der Rauch! geſchwinde, ihr faulen Dirnen, ſchürt und blast, daß die Mahlzeit nicht verderbe! Jede der Dienerinnen, von dem geſchwungenen Schaum⸗ köffel der Küchenmeiſterin bedroht, eilte flugs nach ihrem angewieſenen Platz; die Laienſchweſter ſtach mit der eiſer⸗ uen Gabel ein gewaltiges Stück aus dem Schmalztopfe, und ſchleuderte es, ſo beſonnen als unwirthſchaftlich, in die Glut, daß ſie friſch aufpraſſelte, und zur Lohe wurde. Holz, mehr Holz herbei! befahl ſie nun, und die Mägde antworteten ſcheltend:Es fehlt, es iſt ſchier keines mehr vorhanden; der faule Poppele hat wieder nur halb gethan, was ihm obliegt! Da entſtand ein laut Geſchrei von allen Seiten:Poppele! wo ſteckſt Du? Spätzlifreſſer, wo hat Dich die böſe Angſt?

Als wie ein langſames Ungethüm kroch der Gerufene aus der breiten Mauerblende, wo er geruht, und mit ſei⸗ nem Geſichte ſchon das Fräulein Geißlin erſchreckt hatte. Schimpfreden aller Art empfingen den armen Küchengehül⸗ fen, einen magern Menſchen von langen Gliedmaſſen, auf deſſen hohlen Wangen kaum noch eine Spur von Jugend