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zelnd ſagte:„Du trägſt eine Laute, hübſcher kleiner geiſt⸗ licher Mann. So ſpiele uns auf, eines von den Liedern, womit Ihr auf Euern Feiertagsreiſen den Pfarrköchinnen die Krapfen aus der Pfanne häckelt!“
Jakobnus ließ ſich das nicht zweimal fagen; er ſtimmte ſeine Zither und ſchlug und ſang eine fröhliche Weiſe, in deren Verlauf die Küchenmägde, ihre Oberin nicht ausge⸗ nommen, ſo fröhlich wurden, daß ſie in einen Kreis traten, und mit den Händen klatſchten, auch die Füße hoben, als
ginge es zum Tanz.— Giſela nahm nicht Theil an dieſer lauten Freude, und eben ſo wenig ein Mann, der am Fuße des Herdes auf einem Schemel kauerte, die Hände in den Schvoß gelegt, und mit dem Kopfe den Tackt nickte. Er war alt, verwitterten Antlitzes, ein greiſer Spitzbart ſtarrte an ſeinem Kinn; dazu trug er einen grauen Faltenrock, mit ſchlechtem Pelz beſetzt, und eine wunderliche Sammet⸗ kappe, wie etwa ein jüdiſcher Rabbiner. Er war hier nicht zu Hauſe, ein Pilgerſtab lag neben ihm am Boden, und ein Lederkragen mit Muſcheln beſetzt, und ein dickes Buch, woraus viele Bänder von allen Farben hingen. Wobhlge⸗ fällig verzog ſich ſein Geſicht bei der Muſik des Studenten, und er ſagte, zu Giſela emporſchauend, mit fremdartiger Betonung:„Fröhlichkeit hat Gott lieb, ſelig ſind die Fröh⸗ lichen; aber ſie haben dafür ihren eigenen Stern, und un⸗ ter ſolchen klaren Himmelszeichen iſt auch Dein geiſtlicher Bruder geboren, Du ernſthafte Dirne.“— Giſela bejahte halb zerſtreut mit einer Kopfbewegunß, und fuhr alsvann plötzlich zuſammen, denn ſie gewahrte, nur ein paar Schritte von ihr entfernt, ein leichenblaſſes Antlitz, wie das eines Geſpenſtes, welches ſich aus einer niedrigen Mauerblende hervorſtreckte. Sie dachte anfänglich, das Geſicht ſey nur ein Werk ihrer aufgeregten Sinne, gewebt aus zweifelhaf⸗ tem Lichtſtreif und Mauerſchatten, oder eines jener aben⸗


