RE Scheiterhaufen, umgeben von eiſernen Töpfen auf glühen⸗ den Dreifüßen, und von rieſigen Keſſeln, die an Ketten und Hacken von der Decke hingen, luſtig brodelten, und gewürzigen Dampf in den Schlot ſteigen ließen. Auf dem⸗ ſelben Herde war noch Raum genug für ein breites Koh⸗ Lenlager, über deſſen Glaſt ein ganzes Schäflein am Spieße gedreht wurde, und hie und da auf heißen Platten wurden mächtige Kuchen und ſüße Aepfel⸗ und Rofinenſpeiſen warm gehalten.„Ach!“ ſeufzte der arme kleine Student behag⸗ lich, und rieß die Angen weit auf vor ſolcher Küchenherr⸗ lichkeit, und ſchlürfte ſelig den köſtlichen Duft in die Naſe. Die Köchin, eine ſtämmige Laienſchweſter, die ſelber beim Bratſpieß zum rechten ſah, nickte dem Studenten freund⸗ lich lachend zu, und die Küchenmeiſterin, eine dicke Nonne, mit aufgeſchürztem Gewand, welche am Pfeiler neben der Anrichttafel in einem gemächlichen Stuble ſaß, neigte gnä⸗ dig den Schaumlöffel gegen Giſela, und hieß ſie am Herde niederſitzen, und guter Dinge ſeyn. Kleinliche Neugier war hier nicht zu Hauſe, man ſchien fremder Gäſte gar nicht ungewohnt, und in der ſchönſten Ordnung liefen die Mägde ab und zu, ſchürten die Kohlen, ſchütteten Waſſer auf, und raſſelten mit einer Laſt von wohlgeſcheuerten Zinn⸗ tellern, und blinkendem Eßzeug. Alles deutete auf einen
Schmaus, und Giſela fragte demüthig nach der Veranlaſ⸗ 1
fung deſſelben. Mutter Anna, die feiſte Küchenmeiſterin, ſtrich wohlgefällig lachend die Armel bis zum Ellbogen auf, und die Laienſchweſter lachte mit, und beide antworteten wie einſtimmig:„Es gilt beute den Namenstag eines Wohl⸗ thäters unſers Kloſters, und darum mögen wir wohl ein⸗ mal guten Mutbes ſeyn.“ Pie Laienſchweſter reichte der aufhorchenden Giſela einen Deckelkrug voll Neckarwein, wel⸗ cher fröhlich um den Herd kreiste, während Mutter Anna die friſche Wange des Studioſen ſtreichelte, und ihm ſchmun⸗


