geht mit Gott. Wildfremdes Volk gehört nicht in dieſes Haus.“—„Ei, würdige Schweſter, ich bin aus des Gra⸗ fen Gefolge, ein Waidmann unſers geſtrengen Herrn von Württemberg. Vielleicht empfiehlt mich das.“— Da ver⸗ kehrte ſich die harte Gleichgültigkeit der Pförtnerin beinabe in leiſen Spott, und ſie antwortete:„Behüt Euch Gott, lieber Herr. Unſer armes Haus iſt nicht auf ſolche Gäſte eingerichtet. Was würde unſer geſtrenger Herr dazu ſagen, wenn wir zur Nachtzeit unbekannte Leute bei uns einlie⸗ ßen? Nein, geht fürbaß, lieber Herr, der Mond ſcheint hell; ſo Ihr die Straße einhaltet, ſeyd Ihr flugs zu Kohl⸗ ſtetten, wo für Geld und gute Worte ein Nachtlager ſtets zu haben iſt.“
Die Pförtnerin ſchloß das Gitter mit dem Schieber, und horchte noch ein wenig hinter dem Brette. Da klang's von außen wie ein kurzes rauhes Lachen, dann ein lauter Pfiff, der dem Hunde galt, endlich die raſchen Tritte des Mannes, die ſich im Weiten verloren. Die Pförtnerin ſagte aber, während ſie ihre Begleiter in den Kreuzgang hineinführte, halblaut vor ſich hin:„Solche Kunden könn⸗ ten wir brauchen, Gott erbarm' es! Schnüffler und Häfe⸗ lesgucker vom Hof des Bartmanns, der ja ohnedies die langen Hände ſtets in unſerer Kloſterſuppe hat. Gott ſegne alle dieſe Feinſchleicher, bei uns kommen ſie zu kurz.“— Wie ſie nun juſt vor der Küchenthüre ſtand, woraus helle Feuersglut in den Kreuzgang ſchien, ſprach ſie vornehm: „Geht nur einſtweilen da hinein, Ihr Leute; ſetzt Euch an's Feuer, laßt Euch zu eſſen geben. Die hochwürdigſte Mutter und der Herr Viearius find in Geſchäften begraben, und werden Euch rufen laſſen, wenn es Zeit iſt.“ Mit dieſen Worten ſtieg ſie die Treppe hinan, Giſela und Ja⸗ kob ſtahlen ſich blöde in die Küche.
Auf dem ungeheuern Herde brannte ein gewaltiger


