Teil eines Werkes 
39. Band, Die Nonne von Gnadenzell : Sittengemälde des fünfzehnten Jahrhunderts : 1. Band (1840)
Entstehung
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ben ſey, denn von Zeit zu Zeit drang aus dem Innern ein verworrenes Getöſe, als wie von vielen Menſchen, bis zur Pforte vor. Bald ſchlugen Thüren auf und zu, dann rauſchte ſchallendes Gelächter auf, dann tönte es, wie Muſik, dann klang es wie zuſammengeſtoßene Gläſer, oder war es, als ob in den Gängen des obern Stockwerks muth⸗ willige Leute eine Jagd hielten.Wohin ſind wir ge⸗ rathen? fragte der Student, deſſen Gleichmuth ein wenig aus der Waage kam; Giſela wußte nicht, was ſie ihm ant⸗ worten ſolle, aber das Spottgelächter des Wirths zu Pful⸗ lingen trat wieder wie ein arges Geſpenſt vor ihre Seele. Der Abend wurde immer dunkler, heller das Licht der Sterne, die Bäume an dem Gottesacker rauſchten geheim⸗ nißvoll; hinter ihnen, nach dem Wege gen Gomadingen, öffnete ſich ein Seitenthor in der Mauer des Kloſters; Gi⸗ ſela und ihr Gefährte bemerkten, wie dort mehrere Pferde herausgezogen wurden, und Reiter nachſtolperten, die ſich auf die Roſſe warfen, jauchzten, lachten, und lärmend da⸗ vonſprengten. Hinter ihnen knarrte das Einfahrtthor zu, und die Pilger in dem Vorſprungshauſe ſaßen noch vergeſ⸗ ſen wie zuvor. Vergebens verſuchte ſich ihre Hand aber⸗ mals, an die Thüre zu klopfen; der Erfolg war der näm⸗ liche. Ihre Zweifel und Aengſten zu vermehren, trat nun ein Mann, der raſchen Schrittes daherkam, zu ihnen unter das Vordach; ein Jäger, mit ſtattlichem Gewehr auf der Schulter, das Hifthorn an der Seite. Ohne ſeinen Ge⸗ fährten an dieſem Ort irgend eine Aufmerkſamkeit zu ſchen⸗ ken, donnerte er mit der Fauſt an die Thüre, und hierauf ließ ſich die Pförtnerin endlich murrend vernehmen, und fragte kreiſchend durch das Gitter, wer denn hier ſo beharr⸗ lich Lärmen mache.Die Erſtgekommenen mahlen zuerſt, ſagte der Waidmann gutmüthig, und ſchob Giſela vor das Fenſter, durch welches ſie ihr Brieflein reichte, und mit dem