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Deinen Sohn verleugnen? Iſt's nicht genug, daß ihn Dein Fluch hinaus getrieben in Angſt und Jammer? Vielleicht bleichen ſeine Knochen ſchon irgendwo an der Landſtraße, oder ſie vermodern längſt in irgend einer Spittelgrube. Das war das Härteſte, mein junger fremder Herr, das mir im Leben begegnete, als dieſer Rabenvater den armen Buben hinausjagte, weil er mit ſchwacher Kraft verſucht, mich gegen die Mißhandlungen des Wütherichs zu verthei⸗ digen.“—„Ei ſo wollt' ich, daß Du auf den Lochen ſä⸗ ßeſt, alte heulende Klagfrau!“ fuhr Götz mit zorniger Stimme vazwiſchen:„Du machſt meinem Freunde den Kopf warm, und was iſt's am Ende? Ein ungerathener Bube, der mit dem Flaum am Kinne den Junker nicht ver⸗ geſſen konnte, patzig gegen den Vater wurde, und ſo lange den Schirmvogt ſeiner Mutter ſpielte, bis ich ihn von dan⸗ nen jagte. Was liegt daran? Der Bube iſt frech, und wird alſo nicht verhungern. Wer weiß aber, was uns be⸗ vorſteht, wenn Ihr nicht ſchleunig und kräftig helft, mein edler Landsmann.“
Wie ſehr auch Heerdegens Herz ſich gegen die unge⸗ ſchlachte Sinnesart des alten Ritters empörte, ſo war es doch wieder andererſeits zu herb beklommen bei dem An⸗ blicke ſo vielen Elenvs, daß der Junker mit eifriger Ge⸗ ſchäftigkeit die Börſe vom Gürtel riß, und auf die Tafel warf, als käme ſchon im nächſten Augenblicke die Hülfe zu ſpät. Dabei rief er bewegt:„Nehmt dieſes ehrlich erwor⸗ worbene franzoſiſche Geld aus treuer deutſcher Hand. Mein Vater hat vielleicht oft und viel mit Euch gezecht und ge⸗ tafelt, Herr Götz; empfangt zurück, was er und andere Edelleute von Eueren Schätzen verpraßten. Möge Euch's gedeihen, und dann ſoll's wahrhaftig nicht das Letzte ſeyn, was ich für Euch thue.“— Götz heuchelte tiefe Rührung, und die Frau weinte herzlich und ſchluchzte:„Ach, ſchaffte


