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Strohhalm; hierüber über vierundzwanzig Hellebarden einen gefährlichen Sprung wagen, auf glühenden Eiſen gehen ſonder Gefährde, und ein ſchlichtes Ei in einen lebendigen Hahn verwandeln; Alles ohne Zauberei und verdammliche ſchwarze Kunſt, mit Erlaubniß des Biſchofs und des durch⸗ lauchtigſten Markgrafen Bewilligung.— Wäbrend der He⸗ rold ſchrie, daß ihm die Lunge zu berſten drohte, machte der Abkömmling der egyptiſchen Herzoge, gekleidet und ver⸗ mummt wie ein Heide, die ſeltſamlichſten Sprünge und Geberden, daß alles Volk lachte und jubelte, wie am Oſter⸗ feſte. Es war ſpaßhaft mit anzuſehen, wie unter dieſem Getümmel eiteln Poſſenſpiels ein Menſch herumlief, gehüllt in Pilgerkleider und eine Almoſenbüchſe in der Hand, Ga⸗ ben zu ſammeln für die armen Seelen im Fegfeuer und für die bedürftigen Wallfahrer in Zeruſalem. Heerdegen gedachte in frommer Erinnerung ſeines Vaters, der auch vor Zeiten nach dem heiligen Grabe gereiſet war, und warf ein Paar Silberlinge in die Büchſe, wenn ſchon der Trä⸗ ger derſelben eher einem liſtigen Beutelſchneider ähnlich ſah, als einem frommen Chriſten. Sodann ließ der Junker den luftigen Troß der Gaukler hinter ſich, und ſuchte den Weg zum engen Stadtthor hinaus, die Straße nach dem Fre⸗ mersberge, den Steg über den Oosbach. Er ließ zur Rech⸗ ten den Wieſenplan der Schießſtätte, wo die Gerüſte des egpptiſchen Wundermanns aufgeſchlagen wurden, bog links in das Geſtrüpp ein, dicht am Pfade nach dem Kloſter Lich⸗ tenthal, ſah unfern drei hohe Birken ragen, und entdeckte dahinter die rothe Thüre des jämmerlichen Hüttleins, gegen welches Götz von Bachenſtein ſeine ritterliche Herrlichkeit vertauſcht hatte.
Ach, wie wurde ihm ſo bang, da er in das niedere Gemach trat, worinnen er nicht aufrecht zu ſtehen vermochte, obgleich er ſeinen ſtolzen Federhut demüthig abgenommen.


