Freund; mich dünkt, Du ſollteſt nicht von Minne reden, die Du nicht kennſt. Man weiß ja wohl, mit welcher Kurzweil Du die Stunden verbringſt, Du Würfler und Zecher bei Tag und Nacht. Was über den Kuß der Anne⸗ lieſe hinausgebt, iſt Dir ſo fremd, wie das Himmelreich.“
Der Landſäß maß den Junker mit einem wilden Katzen⸗ blick. Doch hielt er dem freigebigen Zech⸗ und Spielge⸗ noſſen die harte Rede zu gute, und verſetzte blos mit leich⸗ tem Spott:„Bei meinem Eid, Du ſollteſt in die Kutte fahren und Buße predigen, oder die Laute ſchlagend in dem Lande ziehen, ein zweiter Frauenlob. Was iſt mit Dir? Du machſt ein ſcheel Geſicht, als ob Du ein Mägdlein frei⸗ toſt, das von Dir nichts wiſſen will.“— Haſtig polterte der Junker:„Es iſt auch ſo. Mir ſteckt ein Mägdlein in Gedanken 3 und ich glaube nicht, daß es mir damit glücken w.
Darob lachte der Landſäß hell auf, und ſang mit fröh⸗ lichem Munde:„Ich kenn' ein Lieb, ſo fein und zart, wie Blümelein im Maien—„Doch iſt ihr Herze felſen⸗ hart, wie thut es mich gereuen!“ fügte Heerdegen halb lächelnd, halb unwillig bei, und der Landſäß ſang im Liede weiter:„die Stirne weiß und braun das Haar, wie Edel⸗ ſtein das Augenpaar..— Da unterbrach ihn Heerde⸗ gen heftig:„Daß Dich die Peſt, heiſerer Staarmatz! Auch meines Liebchens Stirne iſt weiß, kaſtanienbraun ſind ihre Locken, und ihre Augen funkeln wie Demanten, und Du ſollſt nicht mit frecher Zunge ſolche Reize preiſen, deren Du nicht werth biſt, und die auch vielleicht für mich nicht geſchaffen ſind. Mir zu Liebe ſchweig davon, wenn Du nicht mit mir raufen willſt.“
Begütigend ſtreichelte Landſäß Heerdegens erhitzte Wange, und ſprach:„Ei, nur nicht ſo böſe, lieber Getreuer. Was kann ich für Deinen Verdruß? Helfen könnte ich vielleicht,


