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Dynaſten, die, landauf, landab, das Reich verſengten und verwüſteten.
DDiesmal waren viele Fremde gen Baden gekommen, und auf den vorderſten Bänken der Stiftskirche blähte ſich mancher Edelmann im Sammtrock mit Pelz verbrämt, mit Ketten behangen; der Weiber und Kinder aus edeln Ge⸗ ſchlechtern waren viele vorhanden, und blendeten das Auge des ſchlichten Bürgers durch ihre wunderlichen Trachten, und das Gepränge ihrer Dienerſchaft. Deßhalb wurde auch die Meſſe feierlich begangen, und mit beſonderer Salbung ſprach hierauf der Prieſter von der Kanzel den Siggen des Heils über die Verſammlung, und verlas die Satzungen des Bades, die einem jeglichen Gaſt Sicherheit und Ruhe verhießen im Umkreiſe der Stadt und der Bäder. Das ſchnöde Wort der Beleidigung war ſchon bei namhafter Strafe unterſagt, die Drohung bei Verweiſung aus dem Bade, das Zücken einer Waffe bei Verluſt der Hand, der Schwertſtreich bei Verluſt von Leib und Leben. Mit dem Kopfe ſollte der büßen, der an ehrlichen Frauen Frevel geübt, der den Kaiſer und des Reiches Fürſten mit Wor⸗ ten verunglimpft, der an das Eigenthum eines Edeln die Hand gelegt, der Ketzerei mit läſterndem Munde gepredigt. Des Wappens, der ritterlichen und zünftigen Ehre ſollte entſchlagen ſeyn der, der einen Gaſt verläumdet, im Spiele betrogen, eine ehrſame Frau im Bade belauſcht, ein ſitt⸗ ſames Mägdlein verführt, Aergerniß gegeben durch Unan⸗ ſtändigkeit in Worten und Gebärden. Entweichen ſollte ſchnell der, der ſich mehr als dreimal an öffentlichem Tiſche betrunken, ohne gewichtige Urſache einen Wirth oder Bad⸗ knecht geſchlagen, eine fahrende Tochter heimlich in die Herberge gebracht, oder ſich öffentlich mit einer ſolchen ge⸗ zeigt, gleichſam als wäre ſie eine ehrliche Frau. Was die mindern Verſtöße gegen Sitte, Höflichkeit und Ordnung


