Teil eines Werkes 
2. Band (1830)
Entstehung
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nicht lange. Des Verfuͤhrers Liebe ſchwindet; ſeine Begehrlichkeit ſieht nach andern neuern Gegenſtaͤnden aus. Die Gemahlin wird ihm laͤſtig, und da der Zuſtand von Kraͤnklichkeit, wo⸗ rein Bruder und Neffe ploͤtzlich verfallen, dem Fuͤrſten die Moͤglichkeit vor Augen ruͤckt, den geliebten Sohn ſeiner ſtillen Liebſchaft einſt auf den Thron heben zu koͤnnen, ſo beſchließt er, das Weib zu entfernen, deſſen Herkunft ein Hinderniß ſeiner Plane werden konnte, wie deſſen Eiferſucht ein unertraͤglicher Zaum fuͤr des Gemahls Begierden. Man will ſie nicht todten, man will ſie noch ungluͤcklicher machen; und es gelingt. Eine Luſtreiſe nach Italien wird verabredet. Auf Sardinien, in den Hän⸗ den eines Kaſtellans, grauſam und feil wie ein Bandite, wird die Arme verlaſſen. Aus den Fenſtern ihres Thurmes ſieht ſie das Segel entweichen, das den Gemahl und den noch un⸗ muͤndigen Sohn dem feſten Lande zufuͤhrt; ſie muß bleiben, gefangen, gemißhandelt, des elen⸗ den Jargons, der dort geſprochen wird, nicht 18*