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chen. Die Damen blieben indeſſen, bereitwilli⸗ ger als der Graf, den nur die Schicklichkeit zuruͤck hielt.
Fuͤrchten Sie keine Langeweile,» fuhr der Baron mit ſonderbarer trockner Kuͤrze ein: aich bin gleich zu Ende. Ein Edelfraͤulein aus Po⸗ len, ſchoͤn und warmen Bluts, von einem bi⸗ zarren Vater verbildet, verlaͤßt an der Hand eines liſtigen vornehmen Verfuͤhrers die Hei⸗ math, wo ſie durch ihr Geſchick in der Ton⸗ kunſt die arme Familie ernaͤhrte. Sie wird das Opfer ihres Leichtſinns, ihrer Leidenſchaft. Ein karger Gluͤcksſchimmer will, daß ſie dem Ver⸗ fuͤhrer einen Knaben giht, und dadurch eine ſolche Aufwallung der Dankbarkeit in ihm er— regt, daß er ſich entſchließt, ihr in's Geheim am Altare die Hand zu reichen. Der Verfuͤhrer iſt ein regierender Herr, in ſeiner fruͤhern le⸗ gitimen Ehe kinderlos verblieben, und hat ſchon laͤngſt dem Bruder und deſſen Soͤhnen das Recht der Erbfolge heiligſt zugeſichert. Der Rauſch der Frende in der geheimen Ehe dauert indeſſen


